Zwei Tage nach dem Zahlungstermin ist die Commerzbank-Dividende für 2025 Geschichte. Was bleibt, ist die offene Frage rund um das UniCredit-Angebot — und ein Kurs, der nur knapp unter seinem 52-Wochen-Hoch notiert.
Rekordausschüttung mit fast einstimmigem Votum
Die Hauptversammlung billigte am 20. Mai 2026 die Dividende von 1,10 Euro je Aktie mit 99,88 Prozent. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber 0,65 Euro für das Jahr 2024. Insgesamt schüttet die Bank rund 1,2 Milliarden Euro aus.
Hinzu kommen zwei abgeschlossene Aktienrückkäufe im Gesamtvolumen von rund 1,5 Milliarden Euro. Zusammen ergibt das eine Kapitalrückgabe von rund 2,7 Milliarden Euro — laut Bank exakt 100 Prozent des Nettoergebnisses vor Restrukturierungsaufwendungen und nach AT-1-Kuponzahlungen.
Die Hauptversammlung genehmigte außerdem neue Rückkaufermächtigungen. Die Bank darf künftig bis zu 10 Prozent des Grundkapitals zurückkaufen. Allerdings braucht sie dafür die Zustimmung der EZB und der Finanzagentur.
UniCredit-Angebot läuft ins Leere
Parallel dazu läuft das Übernahmeangebot von UniCredit weiter. Die Italiener bieten 0,485 neue UniCredit-Aktien je Commerzbank-Aktie. Die Annahmefrist endet voraussichtlich am 3. Juli 2026.
Das Interesse der Aktionäre ist bislang minimal. Laut erster Wasserstandsmeldung vom 19. Mai hatten gerade einmal 0,02 Prozent der Aktien das Angebot angenommen. Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen die Ablehnung. Nach der Hauptversammlung erklärte die Bank, die Aktionäre hätten sich hinter die „Momentum 2030″-Strategie und den eigenständigen Kurs gestellt.
Selbst bei einem höheren Annahmeergebnis rechnet die Commerzbank mit einem Vollzug frühestens 2027 — weil UniCredit unabhängig vom Ergebnis regulatorische Genehmigungen einholen muss.
Operative Basis stimmt
Das erste Quartal 2026 lieferte solide Zahlen. Das operative Ergebnis stieg um 11 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro, das Nettoergebnis legte um 9 Prozent auf 913 Millionen Euro zu. Der Zinsüberschuss blieb trotz gesunkener Leitzinsen stabil bei 2 Milliarden Euro.
Auf dieser Basis hob die Bank ihr Nettoergebnisziel für 2026 auf mindestens 3,4 Milliarden Euro an. Bis 2030 peilt das Management eine Eigenkapitalrendite von 21 Prozent und eine Cost-Income-Ratio von 43 Prozent an — aktuell liegt sie bei 53 Prozent.
Die Aktie notiert bei 36,73 Euro und damit knapp 3 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. Auf Jahressicht hat sie rund 38 Prozent zugelegt. Der RSI von 71 signalisiert, dass der Kurs kurzfristig in überkauftem Terrain läuft.
Die nächsten Wochen bringen wöchentliche Wasserstandsmeldungen zum UniCredit-Angebot — in der letzten Woche vor Fristende sogar täglich. Bis zum 3. Juli dürfte klar sein, ob das Angebot scheitert oder doch noch Fahrt aufnimmt.
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