Im Übernahmekampf um die Commerzbank deutet sich eine mögliche Kehrtwende der Bundesregierung an. Wie Bloomberg berichtet, sind hochrangige Regierungsvertreter offen dafür, den verbliebenen 12,7-Prozent-Anteil des Bundes an UniCredit zu verkaufen.
Voraussetzung wäre allerdings, dass sich UniCredit und das Commerzbank-Management zunächst auf eine gemeinsame Strategie für die Zukunft der Bank verständigen.
Commerzbank-Aktie: Bund könnte UniCredit zur Mehrheit verhelfen
Ein Verkauf des Bundesanteils wäre für UniCredit ein entscheidender Schritt. Die italienische Bank hält nach Abschluss ihres Übernahmeangebots bereits 47,59 Prozent der Commerzbank-Aktien beziehungsweise 49,65 Prozent der Stimmrechte. Käme der Anteil des Bundes hinzu, würde UniCredit auf mehr als 60 Prozent kommen und damit eine klare Mehrheit besitzen.
Allerdings handelt es sich bei der Bloomberg-Information ausdrücklich nicht um eine offiziell beschlossene Änderung der Bundesregierung. Ein Regierungssprecher erklärte gegenüber Bloomberg, an der bisherigen Haltung habe sich nichts geändert. Einige Regierungsvertreter sollen einen Verkauf aber für denkbar halten, sofern der Preis stimmt und ausreichende Garantien für die Zukunft der Commerzbank vereinbart werden.
Commerzbank-Aktie: Strategie und Arbeitsplätze bleiben entscheidend
Damit könnte der Bundesanteil zum wichtigen Druckmittel in den Gesprächen zwischen beiden Banken werden. Berlin könnte UniCredit zu einer Einigung mit Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp bewegen. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem die künftige Strategie, die Rolle der Commerzbank bei der Finanzierung des deutschen Mittelstands sowie Fragen zu Standorten und Arbeitsplätzen.
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