Die Führung der Commerzbank geht in die Offensive. Wenige Tage vor Ablauf der erweiterten Annahmefrist am 3. Juli 2026 wendet sich das Management direkt an die Aktionäre. Die klare Botschaft: Lehnt das Übernahmeangebot der italienischen UniCredit ab.
Zu billig, zu planlos
In einem offenen Brief findet Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp deutliche Worte. Sie kritisiert die fehlende Prämie der Italiener. Das volle Wertpotenzial der Bank sei bei einem eigenständigen Kurs noch lange nicht ausgeschöpft. Analysten sehen das durchschnittliche Kursziel deutlich über dem aktuellen Angebotspreis.
Zusätzlich fehle der UniCredit ein belastbarer Plan für das Geschäftsmodell der Frankfurter. Rückendeckung erhält Orlopp vom Bund. Der Staat will seinen Anteil von rund 12 Prozent vorerst behalten. Das erschwert die Pläne der Italiener erheblich.
Bewegung in der Aktionärsstruktur
UniCredit bietet aktuell 0,485 eigene Aktien für jedes Commerzbank-Papier. Nach der ersten Frist Mitte Juni sicherten sich die Italiener direkten Zugriff auf knapp 39 Prozent der Anteile. Parallel dazu baut ein weiterer Akteur seine Position aus. Die Jefferies Financial Group stockte ihre Anteile zuletzt auf.
Das US-Unternehmen hält nun 10,23 Prozent an der Commerzbank. Zuvor lag der Anteil bei 9,23 Prozent. Diese Stimmrechte umfassen Aktien und Finanzinstrumente. Das bringt zusätzliche Dynamik in die entscheidende Phase.
Aktie in Schlagdistanz zum Hoch
An der Börse zeigt sich die Commerzbank unbeeindruckt. Die Aktie schloss am Freitag bei 37,68 Euro. Auf Jahressicht verzeichnet das Papier ein starkes Plus von über 39 Prozent. Damit notiert der Kurs nur knapp drei Prozent unter seinem Jahreshoch.
Das Management untermauert seinen eigenständigen Kurs mit harten Fakten. Die Aktionäre haben die neue Strategie im Mai offiziell gebilligt. Diese sieht attraktive Kapitalrückgaben vor. Für das Geschäftsjahr 2025 steht bereits eine Dividende von 1,10 Euro pro Aktie fest.
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