Commerzbank-Aktie: Orlopp kämpft – die Zahlen helfen!

Commerzbank übertrifft Erwartungen im ersten Quartal und erhöht die Jahresprognose deutlich. Der Stellenabbau wird fortgesetzt.

Auf einen Blick:
  • Nettogewinn im ersten Quartal: 913 Millionen Euro, besser als die erwarteten 868 Millionen
  • Jahresprognose angehoben auf mindestens 3,4 Milliarden Euro
  • 3.000 weitere Stellen sollen gestrichen werden, Restrukturierungskosten rund 450 Millionen Euro
  • UniCredit hatte offiziell Übernahmegebot über 37 Milliarden Euro gestartet

Es ist eine dieser Wochen, in denen man als Commerzbank-Chef eigentlich nur verlieren kann. UniCredit-Chef Andrea Orcel legt offiziell ein Übernahmeangebot über 37 Milliarden Euro auf den Tisch, Friedrich Merz schimpft in Berlin vor Unternehmensführern über „ungezügelte“ Übernahmen, und die halbe Republik diskutiert, ob die zweitgrößte deutsche Privatbank bald in Mailand regiert wird. Bettina Orlopp hat in dieser Situation geantwortet. Laut, deutlich und mit Zahlen.

913 Millionen Euro, besser als erwartet

Das erste Quartal lief gut. Nettoprofit von 913 Millionen Euro, nach 834 Millionen im Vorjahreszeitraum, ein Plus von 9,4 Prozent. Analysten hatten im Schnitt 868 Millionen erwartet. Orlopp lieferte also rund 45 Millionen Euro mehr als der Konsens, und das in einem Umfeld, in dem eine feindliche Übernahme über dem Unternehmen schwebt wie eine Gewitterwolke.

Noch mehr Stellen weg

Zur Offensive gehört allerdings auch ein dritter Stellenabbau in wenigen Jahren. 3.000 Jobs sollen gestrichen werden. Zuvor hatte die Bank bereits 10.000 Stellen abgebaut, dann weitere 3.900 angekündigt. Die Restrukturierungskosten für die neue Runde beziffert Commerzbank auf rund 450 Millionen Euro. Orcel hatte offen damit gedroht, die Frankfurter Zentrale nach einer Übernahme zusammenzustreichen. Orlopp kommt ihm zuvor, zumindest in der Erzählung.

Die Ziele bis 2030 sind ambitioniert

Commerzbank hob die Jahresprognose auf mindestens 3,4 Milliarden Euro Nettogewinn an, nach zuvor mehr als 3,2 Milliarden. Bis 2028 soll der Nettogewinn auf 4,6 Milliarden steigen, bis 2030 auf 5,9 Milliarden Euro. Die Eigenkapitalrendite soll 21 Prozent erreichen. Das sind Zahlen, die Orcel das Leben schwer machen sollen, denn ein höherer eigenständiger Wert macht ein Niedrigpreisangebot politisch wie rechnerisch angreifbarer.

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Orcel bleibt vage, sagt Orlopp

Die Bank ließ es sich nicht nehmen, den Rivalen direkt anzugehen. „UniCedits kommunizierter Plan bleibt vage und birgt erhebliche Umsetzungsrisiken, während irreführende Darstellungen die Commerzbank diskreditieren“, heißt es in der offiziellen Mitteilung. Merz formulierte es volkstümlicher: „So behandelt man keine Institutionen wie eine deutsche Bank.“

Ob die Strategie aufgeht, hängt jetzt weniger an den Quartalszahlen als an Berlin. Der deutsche Staat hält noch rund 12 Prozent an der Commerzbank. Solange er nicht verkauft, hat Orcel ein Problem. 5,9 Milliarden Nettogewinn bis 2030 sind die eine Rechnung. Die andere macht gerade Dmitry Peskov in Moskau, denn UniCredits Rückzug aus Russland braucht noch das Okay des Kremls. Das Übernahmedrama hat viele Schauplätze.

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