Andrea Orcel macht keinen Hehl daraus, was er von der aktuellen Commerzbank-Strategie hält. Nicht viel. Der UniCredit-Chef hat am Montag einen Konferenzruf einberufen, um darzulegen, wie er sich die Zukunft der deutschen Bank vorstellt. Die Botschaft vorab war demnach klar formuliert: Commerzbank sei „unzureichend auf künftige Herausforderungen vorbereitet“ und konzentriere sich zu sehr auf kurzfristige Ergebnisse.
Das sitzt.
Commerzbank AG Aktie Chart
Fast 30 Prozent, und das ist erst der Anfang
UniCredit hält inzwischen annähernd 30 Prozent an der Commerzbank. Schon im März hatte die italienische Bank ein Angebot über 35 Milliarden Euro auf den Tisch gelegt, um den Anteil auf über 30 Prozent auszubauen. Orcel will nun zeigen, wie er aus dem deutschen Geldhaus mehr herausholen will als das Management selbst. Er nennt es „Wertschöpfung“. Commerzbank-Chef Bettina Orlopp dürfte das etwas anders sehen.
UniCredit beruft sich dabei auf die eigene Erfolgsbilanz: Das konzerninterne Programm „UniCredit Unlocked“ habe starke Ergebnisse geliefert, auch in Deutschland, bei niedrigem Umsetzungsrisiko. Klingt selbstbewusst. Ist es wohl auch.
Momentum reicht Orcel nicht
Die Commerzbank verfolgt intern ihre sogenannte Momentum-Strategie. UniCredit sieht darin zwar einen Ansatz, aber eben nicht genug. Man sehe „erhebliches Aufwärtspotenzial und Möglichkeiten zur Risikoreduktion“ jenseits dessen, was Momentum liefern kann. Konkret fordert Orcel eine Beschleunigung beim Ertragswachstum und mehr Investitionen in Transformation.
Ob die Commerzbank-Führung das freiwillig umsetzt oder ob Orcel irgendwann einfach die Mehrheit hat und es durchdrückt, ist die eigentlich spannende Frage. Noch ist er Großaktionär, nicht Eigentümer. Noch.
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