Die Commerzbank-Aktie legte am Dienstagmorgen leicht um 0,03 % auf 36,1 Euro zu. Auf 1-Monats-Sicht belief sich das Minus somit auf -1,0 %. Damit bewegte sich der Bank-Titel zuletzt seitwärts, wenngleich es immer wieder Ausschläge nach oben und unten gab (Stand: 16.06.2026, 8:50 Uhr).
Hintergrund der uneinheitlichen Entwicklung dürfte auch das ständige Hin und Her rund um den Übernahmekampf zwischen UniCredit und der Commerzbank sein.
Commerzbank-Aktie: Annahmefrist für Unicredit-Übernahmeversuch
Heute, am 16. Juni 2026, läuft die reguläre Annahmefrist für das Tauschangebot der Italiener ab – und beide Seiten streiten öffentlich über die Glaubwürdigkeit der gemeldeten Zahlen.
Nach Angaben von UniCredit lag die Annahmequote des Tauschangebots am Freitag bei 11,86 Prozent des Commerzbank-Kapitals. Zusammen mit einer bereits zuvor aufgebauten Aktienbeteiligung von knapp 27 Prozent sowie weiteren 3,2 Prozent in aktienbasierten Derivaten kommt UniCredit damit auf eine Gesamtbeteiligung von 41,8 Prozent.
Hinzu kommen weitere 13,2 Prozent in bar abgewickelten Derivaten. Eine Beteiligung von rund 40 Prozent gilt allgemein als ausreichend, um auf Hauptversammlungen die Kontrolle über Aktionärsbeschlüsse zu sichern.
Die Commerzbank hatte zuvor wiederholt bezweifelt, dass die gemeldete Annahmequote echte Unterstützung der Aktionäre widerspiegele und hatte hierfür auch die Finanzaufsicht BaFin eingespannt. Das Frankfurter Institut argumentierte, kein institutioneller Investor habe Aktien angedient – stattdessen stammten die Papiere überwiegend von Banken, die in den meisten Fällen Derivate-Gegenparteien von UniCredit seien, womöglich über Aktienleihe von UniCredit selbst beschafft.
Commerzbank-Aktie: Unicredit ruft seinerseits BaFin an
UniCredit reagierte darauf nun deutlich schärfer als bisher, wie unter anderem Reuters berichtet. Der Konzern wies die Vorwürfe als haltlos zurück und erklärte, die Behauptung, die tatsächliche Zahl angedienter Aktien sei geringer, weil diese von UniCredit geliehen worden seien, sei falsch und unbegründet.
UniCredit sah sich zu dieser Klarstellung gezwungen, weil anhaltend ungenaue und irreführende Informationen verbreitet würden, die den Angebotsprozess störten – und prüfe nun die angemessensten weiteren Schritte.
In diesem Zusammenhang hat UniCredit nun seinerseits die deutsche Finanzaufsicht BaFin gebeten, die von der Commerzbank erhobenen Vorwürfe zu den Annahmequoten zu überprüfen – ein ungewöhnlicher Schritt, der zeigt, dass beide Seiten die Aufsichtsbehörde inzwischen aktiv für die eigene Position einzuspannen versuchen.
Commerzbank-Aktie: Politischer Widerstand bleibt trotz hoher Annahmequote bestehen
Die deutsche Bundesregierung hält ungeachtet der Entwicklung an ihrer ablehnenden Haltung fest. Bundeskanzler Friedrich Merz bekräftigte erst im Mai, ein unkoordiniertes und unfreundliches Vorgehen wie das von UniCredit sei nicht hinnehmbar – besonders bei einer systemrelevanten Bank wie der Commerzbank.
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