Commerzbank Aktie: Jefferies steigt auf 10,43 Prozent

UniCredit kontrolliert faktisch fast die Hälfte der Stimmrechte an der Commerzbank. Ein neuer Großaktionär und positive Analystenstimmen stützen den Kurs nahe dem Rekordhoch.

Auf einen Blick:
  • UniCredit nähert sich 50-Prozent-Marke
  • Jefferies baut Position auf 10,43 Prozent aus
  • RBC bestätigt Kursziel von 43 Euro
  • Linde-Rechtsstreit bis Oktober vertagt

Die Commerzbank steuert auf einen historischen Moment zu. UniCredit hält faktisch fast die Hälfte aller Stimmrechte. Parallel dazu meldet sich ein neuer Großinvestor zu Wort. Die Aktie selbst notiert nur knapp unter ihrem Rekordhoch.

UniCredit nähert sich der 50-Prozent-Marke

Aktuelle Daten vom Mittwoch zeigen den massiven Zugriff der UniCredit S.p.A. auf die Commerzbank. Die Italiener kombinieren Direktbeteiligungen mit komplexen Derivatpositionen. Damit kontrollieren sie einen wirtschaftlichen Anteil von rund 47,5 Prozent.

Die Commerzbank hält eigene Aktien, die kein Stimmrecht besitzen. Dadurch steigt der faktische Stimmrechtsanteil der UniCredit auf etwa 49,65 Prozent. Nur ein Bruchteil trennt die Italiener noch von der formalen Mehrheit.

Parallel dazu rückte am Dienstag die US-Investmentbank Jefferies in den Fokus. Eine neue Stimmrechtsmitteilung zeigt: Jefferies Financial Group hält inzwischen eine Gesamtposition von 10,43 Prozent. Direkte Stimmrechte machen davon knapp 3 Prozent aus.

Der Rest, rund 7,45 Prozent, entfällt auf Finanzinstrumente. Der Stichtag der Meldung ist der 10. Juli, veröffentlicht wurde sie am 14. Juli. Solche Umschichtungen unterstreichen die spekulative Attraktivität der Aktie im laufenden Übernahmeszenario.

RBC sieht Kursziel bei 43 Euro

Trotz des starken Anstiegs der vergangenen Monate sehen Experten weiteres Potenzial. Die kanadische Bank RBC bestätigte gestern ihre Einstufung „Outperform“ mit einem Kursziel von 43,00 Euro. Analystin Anke Reingen verweist auf die kommende Berichtssaison. Sie erwartet, dass die Bank ihre Jahresziele und den Ausblick bis 2030 bestätigt.

Der Markt honoriert diese Aussichten. Die Aktie schloss am Dienstag bei 38,80 Euro, nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 39,18 Euro vom selben Tag.

Der kurzfristige Trend ist klar. In den vergangenen sieben Handelstagen kletterte der Kurs um 4,47 Prozent, auf Monatssicht sind es 7,30 Prozent. Auf Jahressicht steht sogar ein Plus von 37,83 Prozent zu Buche.

Technisch bleibt das Bild konstruktiv. Der RSI von 61,7 zeigt einen Markt, der noch nicht überkauft ist. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 34,48 Euro liegt bei über 12 Prozent. Die Marktkapitalisierung der Bank beläuft sich mittlerweile auf 42,37 Milliarden Euro.

Linde-Rechtsstreit vertagt sich

Abseits des Übernahmepokers startete am 14. Juli ein bedeutender Rechtsstreit vor dem Landgericht Frankfurt. Die Commerzbank fordert zusammen mit anderen Banken Garantiezahlungen von insgesamt 1,11 Milliarden Euro von Linde zurück.

Die Zahlungen stehen im Zusammenhang mit einem gescheiterten Gasprojekt in Russland. Auf die Commerzbank entfallen davon 93,5 Millionen Euro.

Erste Signale aus der mündlichen Verhandlung deuten darauf hin: Die Kammer sieht die Banken nicht ohne Weiteres in der Haftung für die sanktionsbedingten Ausfälle. Das Gericht vertagte die Entscheidung auf den 20. Oktober 2026. Damit ist das Thema vorerst kein kurzfristiger Belastungsfaktor mehr.

Ausblick: Zahlen am 6. August

Der nächste Fixpunkt ist der 6. August 2026. Dann legt die Commerzbank ihre Ergebnisse zum zweiten Quartal vor. Investoren erwarten neben harten Kennzahlen vor allem Details zur künftigen Kapitalausschüttung und eine Stellungnahme zum Vorgehen der UniCredit.

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