UniCredit hat das Angebot auf dem Tisch, die Commerzbank-Führung lehnt es ab — und in sechs Tagen treffen beide Seiten auf der Hauptversammlung in Wiesbaden aufeinander. Das Aktionärstreffen am 20. Mai 2026 wird zur ersten öffentlichen Kraftprobe zwischen Eigenständigkeitsstrategie und Übernahmedruck.
Offizielle Stellungnahme noch ausstehend
Am 5. Mai veröffentlichte UniCredit die Angebotsunterlage für ihr unabgestimmtes Übernahmeangebot: 0,485 UniCredit-Aktien je Commerzbank-Aktie, was einem implizierten Preis von rund 31,07 Euro entspricht. Das liegt knapp neun Prozent unter dem damaligen Commerzbank-Schlusskurs — und deutlich unter dem aktuellen Kurs von 36,59 Euro.
Vorstand und Aufsichtsrat prüfen die Unterlage noch. Eine begründete Stellungnahme gemäß § 27 WpÜG mit Empfehlung an die Aktionäre steht aus. Die Haltung des Managements ist allerdings bereits unmissverständlich: Das Angebot zeige kein ausreichendes Wertschöpfungspotenzial über die eigenständige Strategie hinaus. Der UniCredit-Plan bleibe vage, berge erhebliche Umsetzungsrisiken und bediene sich irreführender Darstellungen.
Die Annahmefrist läuft voraussichtlich bis zum 3. Juli 2026. Selbst bei Erfolg erwartet UniCredit den Abschluss des Übernahmeverfahrens erst 2027 — regulatorische Genehmigungen machen eine lange Wartezeit unausweichlich.
Rekorddividende und neue Rückkaufermächtigung
Auf der Tagesordnung der HV stehen neben der Übernahmedebatte auch handfeste Ausschüttungsthemen. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie vor — nach 0,65 Euro im Vorjahr. Das entspricht einer Gesamtausschüttung von rund 1,2 Milliarden Euro.
Zusammen mit zwei bereits abgeschlossenen Aktienrückkäufen im Gesamtvolumen von rund 1,5 Milliarden Euro fließen für das Geschäftsjahr 2025 insgesamt rund 2,7 Milliarden Euro an die Aktionäre zurück. Ferner soll die HV eine neue Rückkaufermächtigung für bis zu zehn Prozent des Grundkapitals beschließen.
Analysten erhöhen Kursziele
Deutsche Bank Research hob das Kursziel nach soliden Quartalszahlen von 40 auf 42 Euro an und bestätigte die Einstufung „Buy“. JPMorgan zog das Ziel von 36 auf 37 Euro hoch, bleibt aber bei „Neutral“. RBC hält an „Outperform“ mit einem Kursziel von 43 Euro fest.
Die Aktie notiert aktuell bei 36,59 Euro — rund neun Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt und damit klar oberhalb des UniCredit-Angebotspreises. Das macht eine freiwillige Andienung für Aktionäre zum aktuellen Niveau rechnerisch unattraktiv.
Eigenständigkeit als Strategie
Die Commerzbank untermauert ihren Abwehrkurs mit konkreten Zielen: Bis Ende des Jahrzehnts soll der Nettogewinn auf 5,9 Milliarden Euro steigen, bei einem Umsatz von 16,8 Milliarden Euro und einer Nettoeigenkapitalrendite von 21 Prozent. Für 2026 peilt der Vorstand bereits mindestens 3,4 Milliarden Euro Nettogewinn an.
Am 20. Mai werden Aktionäre erstmals direkt entscheiden, wie viel Rückhalt diese Strategie in der Praxis genießt — und wie laut die Kritik an der UniCredit-Abwehr tatsächlich wird.
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