Die Commerzbank steuert auf eine Hauptversammlung mit ungewöhnlich viel Reibung zu. Es geht nicht nur um eine vorgeschlagene Rekorddividende und neue Rückkäufe. Über allem liegt das unabgestimmte Angebot von UniCredit.
Kapitalrückgabe trifft Übernahmedruck
Die ordentliche Hauptversammlung findet am 20. Mai im RheinMain Congress Center in Wiesbaden statt. Der öffentliche Teil startet um 10:00 Uhr und läuft auch per Livestream. Die Bank setzt dabei auf eine Präsenzveranstaltung.
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen für das Geschäftsjahr 2025 eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie vor. Im Vorjahr lag die Ausschüttung bei 0,65 Euro. Damit würde die Bank die Dividende deutlich anheben.
Das Gesamtvolumen läge bei rund 1,2 Mrd. Euro. Für die Commerzbank ist das mehr als reine Ausschüttungspolitik. Die hohe Kapitalrückgabe stützt auch die eigene Argumentation gegen den Vorstoß aus Mailand.
In den vergangenen Monaten schloss die Bank zwei Aktienrückkäufe mit rund 1,5 Mrd. Euro Gesamtvolumen ab. Mit der vorgeschlagenen Dividende käme die Kapitalrückführung auf rund 2,7 Mrd. Euro.
Das passt zur Botschaft des Managements: Die Commerzbank will zeigen, dass sie aus eigener Kraft Wert schafft. Genau deshalb wird die Abstimmung über neue Rückkäufe politisch aufgeladen.
Die nächste Dividende soll am 26. Mai fließen. Der Ex-Tag ist der 21. Mai. Auf der Tagesordnung steht auch eine neue Ermächtigung für Rückkäufe von bis zu 10 % des Grundkapitals.
UniCredit bleibt der Störfaktor
UniCredit veröffentlichte am 5. Mai die Angebotsunterlage für ihr öffentliches Übernahmeangebot. Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank prüfen das Papier nun. Danach soll eine begründete Stellungnahme nach § 27 WpÜG folgen.
Die Bank kritisiert den von UniCredit kommunizierten Plan als vage und mit hohen Umsetzungsrisiken verbunden. Sie sieht auch irreführende Darstellungen. Ein zentraler Punkt: Aktionäre würden nach Darstellung der Commerzbank Kontrolle und Wertpotenzial abgeben, ohne eine Prämie zu erhalten.
Damit verschiebt sich der Charakter der Hauptversammlung. Aus einer klassischen Dividenden-HV wird eine Bühne für die Frage, welche Zukunft die Bank überzeugender darstellen kann.
Eigener Plan als Gegenentwurf
Die Commerzbank setzt ihre Strategie bis zum Ende des Jahrzehnts klar gegen das Angebot. Bis 2028 peilt sie eine Nettoeigenkapitalrendite von rund 17 % an. Später soll sie auf rund 21 % steigen.
Beim Nettoergebnis nennt die Bank mittelfristig 4,6 Mrd. Euro. Bis zum Ende des Jahrzehnts soll es auf 5,9 Mrd. Euro klettern. Diese Ziele sind der Kern der Abwehrlinie.
An der Börse bleibt die Aktie stark, aber nicht spannungsfrei. Der Kurs liegt bei 35,35 Euro und gibt am Dienstag 1,50 % nach. Auf Sicht eines Jahres steht trotzdem ein Plus von 36,64 %.
Technisch wirkt der Wert heiß gelaufen. Der Kurs liegt klar über wichtigen gleitenden Durchschnitten. Der RSI von 86,1 signalisiert einen stark überkauften Zustand.
Am 20. Mai treffen Dividendenabstimmung, Rückkaufpläne und Übernahmedebatte direkt aufeinander. Kommt die Stellungnahme zu UniCredit vorher, erhält die Versammlung eine klare inhaltliche Klammer. Ohne sie bleibt die Hauptversammlung vor allem ein Test, wie geschlossen die Aktionäre dem Kurs des Managements folgen.
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