1,10 Euro je Aktie landen in dieser Woche auf den Depotkonten der Commerzbank-Aktionäre — 69 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Hauptversammlung hatte dem Vorschlag mit 99,88 Prozent zugestimmt. Selten war ein Dividendenbeschluss so eindeutig.
Ausschüttung als Zeichen operativer Stärke
Die Dividende ist nur ein Baustein. Zusammen mit zwei abgeschlossenen Aktienrückkäufen im Gesamtvolumen von rund 1,5 Milliarden Euro schüttet die Commerzbank für das Geschäftsjahr 2025 insgesamt rund 2,7 Milliarden Euro aus — das entspricht 100 Prozent des Nettoergebnisses vor Restrukturierungsaufwendungen und nach AT1-Couponzahlungen.
Operative Basis dafür ist ein starkes erstes Quartal 2026: Das operative Ergebnis lag bei 1,358 Milliarden Euro, die harte Kernkapitalquote bei 14,5 Prozent. Das Management hebt das Gewinnziel für das Gesamtjahr auf mindestens 3,4 Milliarden Euro an, nach zuvor 3,2 Milliarden. Bis 2030 soll die Nettoeigenkapitalrendite auf rund 21 Prozent klettern.
Neue Rückkaufermächtigung — mit Vorbehalt
Die Hauptversammlung erteilte auch die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien im Umfang von bis zu 10 Prozent des Grundkapitals. Der Kurs für weitere Kapitalrückgaben ist damit gesetzt. Allerdings braucht die Bank für konkrete Programme die Zustimmung der Europäischen Zentralbank sowie der Finanzagentur — die tatsächliche Geschwindigkeit bleibt aufsichtsrechtlich offen.
Übernahme durch UniCredit: Frist bis 3. Juli
Das Übernahmeverfahren der UniCredit läuft voraussichtlich bis zum 3. Juli. Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen den Aktionären, das Angebot nicht anzunehmen — und die Hauptversammlung stellte sich klar hinter die eigenständige „Momentum 2030″-Strategie. Ein formeller Abschluss des Verfahrens wird erst 2027 erwartet.
Charttechnisch notiert die Aktie mit 36,16 Euro rund sieben Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt, der RSI liegt mit 80,6 im überkauften Bereich. Der starke Widerstand zwischen 36,94 und 37,24 Euro hat bisher jeden Ausbruchsversuch gestoppt. Gelingt ein nachhaltiger Anstieg darüber, rückt das Haussetop bei 38,40 Euro ins Visier — auf der Unterseite wäre ein Rutsch unter 33,40 Euro das erste ernsthafte Warnsignal. Wie die Aktie auf diesen Niveaus reagiert, dürfte die UniCredit-Frist bis zum 3. Juli maßgeblich mitbestimmen.
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