Der Übernahmepoker um die Commerzbank geht in die finale Runde. Am Freitag endet die Nachfrist für das Umtauschangebot der UniCredit. Das Problem für die Italiener: Der Marktpreis der Zielaktie liegt deutlich über der gebotenen Gegenleistung.
Der Preis als Hürde
UniCredit bietet 0,485 eigene Papiere für jede Commerzbank-Aktie. Laut Angebotsunterlage entspricht das einem rechnerischen Wert von 34,35 Euro. Die Realität auf dem Kurszettel sieht anders aus. Am Dienstag schloss der Banktitel bei 37,29 Euro.
Damit notiert das Papier gut neun Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt. Auf Jahressicht steht ein sattes Plus von fast 40 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 38,85 Euro fehlt nur noch ein kleiner Schritt.
Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank lehnen die Offerte strikt ab. Sie raten den Anteilseignern, ihre Stücke zu behalten. Bisher folgen die meisten Anleger dieser Empfehlung.
Kaum Gegenliebe der Aktionäre
Zum Ende der regulären Frist meldete UniCredit eine Annahmequote von rund 12,5 Prozent. Das Frankfurter Institut ordnet diese Zahl jedoch ein. Die andienenden Parteien seien überwiegend Banken und mit UniCredit verbundene Akteure.
Die breite Aktionärsbasis hält sich zurück. Institutionelle Investoren haben laut Commerzbank bislang lediglich gut ein Prozent ihrer Papiere eingereicht. Bei den mehr als 500.000 Privatanlegern liegt die Quote sogar nur bei 0,05 Prozent.
Klarer Fahrplan für die kommenden Tage
Eine formale Änderung des Angebots ist nun ausgeschlossen. Bis zum 3. Juli können unentschlossene Aktionäre noch handeln.
Am 8. Juli 2026 publiziert UniCredit das finale Ergebnis. Einen Tag später stellt die Frankfurter Wertpapierbörse den Handel der eingereichten Papiere ein. Das Übernahmeangebot endet damit exakt nach dem festgelegten Zeitplan der Angebotsunterlage.
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