In dieser Woche läuft die verlängere Frist für das Übernahmeangebot der UniCredit für die Commerzbank aus. Diese Gelegenheit nutzt Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp, um in einem Brief an die Aktionäre noch einmal eindringlich davon abzuraten, sich auf die Offerte einzulassen. Die Argumente sind dabei nicht neu.
Wie schon zuvor verweist Orlopp darauf, dass UniCredit keinen attraktiven Aufschlag zahlen würde. Zudem ließen die Italiener weiterhin einen belastbaren Plan dafür vermissten, wie die Commerzbank von einer Übernahme profitieren könnte. Hingegen habe die Commerzbank-Aktie ihr Wertpotenzial noch nicht ausgeschöpft und der von Analysten ermittelte Zielkurs liege deutlich über den letzten Schlusskursen.
UniCredit lässt bei der Commerzbank nicht locker
Solche Worte gab es in der Vergangenheit bereits zu hören, doch sie konnten die Fortschritte der UniCredit nicht aufhalten. Schon jetzt dürfte man dort rechnerisch rund 40 Prozent der Anteile halten. Über Finanzinstrumente könnte man sich Zugriff auf weitere Aktien sichern. Viel fehlt da nicht mehr, um eine kontrollierende Funktion einzunehmen.
Es könnte sogar schon ausreichen, um bei Hauptversammlungen Mehrheiten zu erreichen und auf diesem Wege Fakten zu schaffen. Über solche Szenarien lässt sich momentan zwar nur spekulieren. Doch UniCredit scheint aktuell im Vorteil zu sein und das erklärte Ziel, die 30-Prozent-Schwelle zu überschreiten, konnte mit Leichtigkeit genommen werden.
Da könnte noch etwas kommen
Commerzbank Aktie Chart
Ob es für eine vollständige Übernahme ausreicht, bleibt noch abzuwarten. Die Wahrscheinlichkeit ist aber nicht eben gering, dass dafür noch etwas fehlen wird und UniCredit früher oder später noch ein höheres Angebot unterbreiten wird. Aus Anlegersicht ist es nicht verkehrt, darauf zu warten und für den Moment an Anteilsscheinen festzuhalten. Ob der Verkauf an sich sinnvoll sein mag oder nicht, mag indes jeder für sich selbst entscheiden.
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