Die DZ Bank hat Commerzbank gestern von „Kaufen“ auf „Halten“ abgestuft und den fairen Wert von 46 auf 40 Euro gesenkt. Nach der wegen stärkerer Einlagenkonkurrenz gekürzten Zinsüberschuss-Prognose fiel die Aktie gestern um 3,8%; Reuters berichtete über den Rückgang nach den Quartalszahlen.
Analysten sehen kurzfristige Belastungen
Analyst Philipp Häßler begründete die Abstufung mit den Aussagen zum Zinsüberschuss und fehlenden kurzfristigen Kurstreibern. Commerzbank hatte ihre Prognose für den Nettozinsüberschuss 2026 gestern von rund 8,6 auf rund 8,5 Milliarden Euro zurückgenommen. Als Grund nannte die Bank den stärkeren Wettbewerb um Einlagen.
RBC Capital Markets senkte gestern das Kursziel von 41 auf 39 Euro und beließ die Einstufung auf „Sector Perform“. Analystin Anke Reingen verwies auf die schwer abschätzbaren kurzfristigen Folgen der UniCredit-Übernahme sowie getrübte Aussichten für den Nettozinsertrag.
Gewinnziel bestätigt, Freigaben stehen aus
Bei der gestrigen Veröffentlichung der Quartalszahlen meldete Commerzbank für das dritte Quartal 2026 einen um 45 Prozent gestiegenen Nettogewinn von 859 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten erhöhte sich das Nettoergebnis um 41 Prozent auf 2,67 Milliarden Euro.
Für das Gesamtjahr bestätigte die Bank ein Nettoergebnis von mindestens 3,4 Milliarden Euro. Auch an der Erwartung von Erträgen in Höhe von rund 13,2 Milliarden Euro hielt sie fest.
Zum geplanten Zusammenschluss mit UniCredit erklärte Commerzbank gestern laut Reuters, sie sei von einem möglichen Wertbeitrag überzeugt. Die noch ausstehenden behördlichen Freigaben erwartete sie im vierten Quartal 2026 oder spätestens im ersten Quartal 2027. Die Entscheidung der EU-Kommission über die fusionskontrollrechtliche Prüfung wird Medienberichten zufolge für den 16. November erwartet.
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