Commerzbank Aktie: DZ Bank hebt Ziel auf 46 Euro

Nach starken Q2-Zahlen und Prognoseerhöhung ziehen vier Bankhäuser ihre Kursziele für die Commerzbank-Aktie nach oben. Die Übernahmefrage durch UniCredit bleibt offen.

Auf einen Blick:
  • Kursziele von vier Bankhäusern erhöht
  • Nettogewinn steigt um 94 Prozent
  • Jahresprognose auf 3,4 Milliarden angehoben
  • UniCredit-Übernahme weiterhin ungeklärt

Mehrere Analysehäuser haben ihre Kursziele für die Commerzbank in der vergangenen Woche deutlich angehoben. Die DZ Bank sieht das Papier nun bei 46 Euro, RBC Capital Markets bei 43 Euro – beide bestätigten zugleich ihre Kaufempfehlung. Auch Deutsche Bank Research und Barclays zogen ihre Zielmarken auf 42 Euro nach oben.

Die Bewertungen fallen in eine Phase, in der sich rund um die Commerzbank mehrere Entwicklungen überlagern: starke Geschäftszahlen, ein möglicher Kontrollwechsel durch UniCredit und die Frage, was der Bund mit seinem verbleibenden Anteil vorhat.

Rekordgewinn als Basis der Neubewertung

Grundlage der optimistischeren Einschätzungen sind die Quartalszahlen, die die Commerzbank Anfang August vorgelegt hatte. Der Nettogewinn stieg im zweiten Quartal um 94 Prozent auf 898 Millionen Euro. Das Institut hob daraufhin seine Jahresprognose für 2026 auf mindestens 3,4 Milliarden Euro an, nachdem zuvor von mehr als 3,2 Milliarden Euro die Rede gewesen war.

Flankiert wurde die Zahlenvorlage von einem weiteren Aktienrückkaufprogramm über 1,2 Milliarden Euro. Die von DZ Bank, RBC, Deutsche Bank Research und Barclays im Anschluss angehobenen Kursziele liegen damit allesamt deutlich über dem aktuellen Kursniveau von 38,68 Euro, bei dem die Aktie am Mittwoch mit einem Minus von 0,9 Prozent notiert.

UniCredit-Frage bleibt ungelöst

Parallel zur operativen Stärke bleibt die strategische Ausgangslage der Bank ungewöhnlich offen. UniCredit hatte im Sommer ein Übernahmeangebot vorgelegt, das bis Anfang Juli lief und dem 17,6 Prozent der Commerzbank-Aktien angedient wurden – davon nur 2,7 Prozent von institutionellen und privaten Anlegern.

Zusammen mit zuvor erworbenen Anteilen kommt UniCredit damit auf eine Beteiligung von 47,59 Prozent beziehungsweise 49,65 Prozent der Stimmrechte unter Berücksichtigung eigener Aktien der Commerzbank. Aufsichtsratschef Jens Weidmann hatte bereits Ende Juli eingeräumt, dass die Kräfteverhältnisse klar seien, und einen konstruktiven Dialog mit UniCredit signalisiert.

Die Europäische Zentralbank hatte in einem internen Dokument, das im vergangenen Monat dem Aufsichtsgremium vorgelegt wurde, laut Medienberichten eine vorläufige Einschätzung geäußert, wonach aus ihrer Sicht keine Einwände gegen eine Übernahme durch UniCredit bestünden.

Eine abschließende Bewertung der Aufsichtsbehörde steht jedoch noch aus. Mitte vergangener Woche kamen UniCredit-Chef Andrea Orcel und Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp erstmals zu formalen Gesprächen zusammen, um Implikationen eines möglichen Kontrollwechsels für Bilanz, Recht und Risikomanagement zu klären.

Bund als weiterer Unsicherheitsfaktor

Zu den offenen Fragen zählt auch der Umgang der Bundesregierung mit ihrem 12,7-prozentigen Anteil an der Commerzbank. Berlin hat Berichten zufolge signalisiert, unter bestimmten Bedingungen zu einem Verkauf an UniCredit bereit zu sein – vorausgesetzt, es kommt zu einer Einigung über Strategie und Zukunft der Bank. Eine solche Einigung liegt bislang nicht vor, und damit bleibt auch die endgültige Kontrollfrage bei der Commerzbank ungeklärt.

Für die Aktie ergibt sich daraus ein zweigeteiltes Bild: Operativ liefert die Bank mit ihrer erhöhten Gewinnprognose und dem Rückkaufprogramm klare Argumente, die sich in den angehobenen Kurszielen der Analysten spiegeln.

Strategisch hängt die weitere Entwicklung jedoch maßgeblich davon ab, wie sich Bund, UniCredit und die EZB in den kommenden Wochen zueinander positionieren. Der Titel notiert derzeit rund 2,0 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 37,94 Euro – ein Hinweis darauf, dass der Markt die jüngsten Nachrichten bislang moderat, aber nicht euphorisch verarbeitet.

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