Die Bundesregierung stellt sich auf eine längere Auseinandersetzung um die Zukunft der Commerzbank ein. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag berichtete, prüft Berlin Anpassungen des Übernahmerechts, um den regulatorischen Rahmen bei feindlichen Übernahmeversuchen nachzuschärfen. Anlass für die Überlegungen ist das Vorgehen der italienischen Großbank UniCredit bei dem Frankfurter Institut.
Transparenzpflichten bei Derivaten im Fokus
Im Zentrum der internen Prüfungen stehen vor allem strengere Vorgaben für Derivatepositionen. Investoren könnten künftig verpflichtet werden, den Aufbau von Positionen über Finanzinstrumente früher und detaillierter offenzulegen. Zudem wird erwogen, bei einem Überschreiten der Beteiligungsschwelle von 50 Prozent ein erneutes Pflichtangebot an die verbleibenden Aktionäre vorzuschreiben.
Mit derartigen Auflagen ließe sich der Druck auf ausländische Bieter spürbar erhöhen. Für Übernahmeinteressenten würde ein schrittweiser Kontrollerwerb damit deutlich teurer und anfechtbarer.
Politischer Widerstand gegen UniCredit wächst
Hintergrund der Überlegungen sind die fortgeschrittenen Pläne der UniCredit. Die Italiener planen laut einem Bericht der Financial Times, nach den ausstehenden aufsichtsrechtlichen Freigaben schneller die Kontrolle zu übernehmen als zuvor vorgesehen. Dazu gehöre auch, Vorstandschefin Bettina Orlopp sowie zehn Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat der Commerzbank auszutauschen.
In Berlin stößt dieser Vorstoß auf entschiedene Vorbehalte. Nach Angaben aus Regierungskreisen pocht der Bund auf verbindliche und belastbare Zusagen von UniCredit zum Erhalt der heimischen Arbeitsplätze und zur Sicherung des Standorts Deutschland.
Zurückhaltung bei Analysten und am Markt
Die zunehmende politische Gegenwehr spiegelt sich auch im Handelsverlauf wider. Die Commerzbank-Aktie beendete den Handel am Freitag bei 39,08 Euro, was über einen Zeitraum von sieben Tagen einem Kursrückgang von 8,3 Prozent entspricht.
Für Anleger trübt das anhaltende Tauziehen die kurzfristigen Perspektiven, da der Übernahmepoker an Berechenbarkeit verliert. Der anfängliche Optimismus weicht am Markt einer spürbaren Nüchternheit.
Vor gut einer Woche hatten vor diesem Hintergrund bereits mehrere Analysehäuser reagiert. RBC Capital Markets stufte das Papier auf „Sector Perform“ ab und senkte das Kursziel auf 40 Euro.
Das Haus begründete dies mit höheren Eigenkapitalkosten und geringerer Planbarkeit durch die italienischen Pläne. Auch Analyst Benjamin Goy von Deutsche Bank Research senkte das Votum auf „Hold“, da wesentliche Kurstreiber im aktuellen Bewertungsniveau bereits reflektiert seien.
Eigener Aktienrückkauf als Gegenpol
Die Bankführung setzt derweil auf die Fortführung eigener Kapitalmaßnahmen, um den Aktionären Argumente für den eigenständigen Kurs zu liefern.
Wie das Institut meldete, kaufte es im Zeitraum vom 21. bis einschließlich 25. September 2.037.832 eigene Aktien zurück. Seit dem Start des Programms beläuft sich das Rückkaufvolumen damit auf insgesamt 6.255.093 Anteile. Neue fundamentale Wegmarken folgen in wenigen Wochen: Am 5. November 2026 legt die Commerzbank ihre Geschäftszahlen für das dritte Quartal vor.
Commerzbank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Commerzbank-Analyse vom 05. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten Commerzbank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Commerzbank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 05. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
