Commerzbank Aktie: Abbau von 3.000 weiteren Stellen

Nur 1,1 Prozent der Aktionäre nehmen UniCredit-Angebot an. Commerzbank setzt auf Eigenständigkeit mit KI-Investitionen und Stellenabbau.

Auf einen Blick:
  • Annahmefrist endet am 16. Juni
  • Aktie notiert über Angebotswert
  • Commerzbank lehnt Büchereinblick ab
  • Eigenständigkeitsstrategie mit KI-Offensive

Mit dem Ablauf der Annahmefrist am 16. Juni rückt der UniCredit-Übernahmepoker in seine heiße Phase. Die Commerzbank-Aktie notiert deutlich über dem rechnerischen Angebotswert — während bislang nur 1,1 Prozent der Aktionäre angedient haben.

Aktie über Angebotswert — Annahmequote verschwindend

Die Commerzbank-Aktie schloss am Freitag bei 36,91 Euro. Sie liegt damit rund 6,7 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Ende Mai hatte das Papier bei 37,37 Euro ein Sechs-Monats-Hoch markiert.

Der rechnerische Wert des UniCredit-Angebots lag Mitte Mai bei 34,56 Euro — unter dem damaligen Schlusskurs von 36,48 Euro. UniCredit bietet 0,485 neue eigene Aktien je Commerzbank-Aktie. Die Commerzbank wertet das Angebot als opportunistischen Versuch, Kontrolle zu erwerben, ohne angemessene Prämie zu zahlen.

Gemäß der Wasserstandsmeldung vom 26. Mai wurden bislang rund 1,1 Prozent der Commerzbank-Aktien angedient. Die Annahmefrist endet am 16. Juni um 24 Uhr. Mit einem Ergebnis ist nach Ende der erweiterten Frist zu rechnen, die voraussichtlich bis 3. Juli läuft.

UniCredit fordert Einblick — Commerzbank lehnt ab

UniCredit-Chef Andrea Orcel hat eine Nachbesserung nicht ausgeschlossen — allerdings nur bei Gesprächen mit dem Commerzbank-Vorstand. Er fordert Einblick in die Bücher, um Synergien abschätzen zu können. Die Commerzbank lehnt ab. Vorstand und Aufsichtsrat sehen keinen nachvollziehbaren strategischen Plan für einen Zusammenschluss.

Der Abschluss des Angebots wird unabhängig vom Ergebnis erst 2027 erwartet. UniCredit muss verschiedene regulatorische Genehmigungen einholen. Die EU-Kommission mahnte kürzlich eine Anpassung der italienischen „Golden Power“-Gesetze an. Wie sich das auf grenzüberschreitende Bankenfusionen auswirkt, bleibt offen.

Eigenständigkeitsplan mit KI-Offensive

Die Commerzbank setzt auf ihre „Momentum 2030″-Strategie. Bis 2030 will die Bank ihre Eigenkapitalrendite auf 21 Prozent steigern. Zwischen 2026 und 2030 sollen rund 600 Millionen Euro in Künstliche Intelligenz investiert werden.

Parallel dazu fallen konzernweit weitere 3.000 Vollzeitstellen weg — zusätzlich zu den 3.900 Stellen, deren Abbau im Februar 2025 angekündigt worden war.

Unabhängige Analysten sehen die Commerzbank-Aktie im Median bei 41,50 Euro. Barclays bestätigte zuletzt die Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 42 Euro.

Technisch angespannt, Trend intakt

Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt 9,7 Prozent. Der RSI liegt bei 72,5 — das spricht für eine starke Bewegung, aber auch für kurzfristig erhöhte Erwartungen. Technisch gilt die Aktie als überkauft.

Am 4. Juni präsentiert sich die Bank auf einer Goldman-Sachs-Konferenz. Die Zahlen zum zweiten Quartal folgen am 6. August.

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