Die erste Frist ist verstrichen. Am Dienstag endete die reguläre Annahmephase für das Tauschangebot der UniCredit. Das Frankfurter Management kämpft erbittert um die Eigenständigkeit. Auf der anderen Seite locken die Italiener inzwischen mit einer echten Prämie. Das treibt den Puls der Investoren nach oben.
Rechnerischer Vorteil
Die Mathematik spricht aktuell für die Offerte. Papiere der UniCredit kletterten zuletzt auf rund 78,61 Euro. Das Angebot sieht 0,485 UniCredit-Aktien je Commerzbank-Anteil vor. Daraus ergibt sich ein rechnerischer Wert von 38,18 Euro pro Aktie.
Dieser Wert schlägt den aktuellen Xetra-Kurs. Die Commerzbank notierte zuletzt bei 36,63 Euro. Damit bietet die Offerte erstmals eine Prämie von gut 4,2 Prozent. Ein massenhafter Ansturm der Aktionäre blieb trotzdem aus. Viele spekulieren auf eine finanzielle Nachbesserung.
Berlin stellt sich quer
Ein massives Hindernis bleibt die Bundesregierung. Der Bund hält weiterhin rund 12 Prozent der Anteile. Berlin stützt den eigenständigen Kurs der Bank. Die Regierung plant aktuell keinen Verkauf ihrer Papiere.
UniCredit bringt sich derweil in Position. Die Italiener kontrollieren über Zukäufe und Derivate bereits 38 Prozent der Stimmrechte. Das Management fordert die Mehrheit. Bei anhaltender Blockade droht die Großbank mit personellen Konsequenzen im Aufsichtsrat. Eine harte Gangart.
Dividenden als Abwehrschild
Die Commerzbank wehrt sich mit hohen Kapitalrückführungen. Analysten erwarten für 2026 eine Dividende von 1,51 Euro je Aktie. Im Vorjahr zahlte das Institut lediglich 1,10 Euro. Das Management will die Aktionäre so bei der Stange halten.
Die langfristige Strategie heißt „Momentum 2030“. Bis zum Ende des Jahrzehnts soll die Eigenkapitalrendite auf etwa 21 Prozent steigen. Für das laufende Jahr rechnen Experten mit einem Gewinn von 3,08 Euro je Aktie. Der Vorstand sieht darin mehr Wert als im aktuellen Übernahmeangebot.
Am morgigen Freitag müssen die Italiener die Karten aufdecken. UniCredit veröffentlicht dann das vorläufige Ergebnis der ersten Annahmephase. Fällt die Quote gering aus, steigt der Druck für eine höhere Bar-Komponente. Unmittelbar danach startet eine zweiwöchige Nachfrist. Aktionäre können sich bis zum 3. Juli 2026 endgültig entscheiden.
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