Kurz vor Ablauf der ersten Annahmefrist verschärft sich der Ton im Bietergefecht um die Commerzbank massiv. Der Gesamtbetriebsrat plant eine Strafanzeige gegen die italienische UniCredit. Der Vorwurf: Marktmanipulation und Irreführung der Aktionäre.
Streit um Aktienquoten
Betriebsratschef Sascha Uebel wirft den Mailändern vor, falsche Tatsachen vorzutäuschen. UniCredit habe den Eindruck erweckt, die Übernahme sei bereits gesichert. Die Arbeitnehmervertreter bezweifeln die Herkunft der angedienten Aktien. Sie vermuten, dass befreundete Banken die Quoten künstlich nach oben treiben. UniCredit weist diese Anschuldigungen strikt zurück.
Parallel dazu schaltet sich die Finanzaufsicht BaFin ein. Die Behörde prüft die gemeldeten Beteiligungsverhältnisse genau. UniCredit meldete zuletzt zusätzliche Aktien von gut elf Prozent. Damit steigt der rechnerische Anteil der Italiener auf rund 37 Prozent. Italienische Medien spekulieren über einen noch höheren Einfluss durch Derivate. Die BaFin will nun vor Fristablauf am Dienstag Klarheit schaffen.
Aktie zeigt sich robust
Das Commerzbank-Management lehnt die Offerte weiterhin als zu niedrig ab. Die Führungsebene setzt auf Eigenständigkeit und hob kürzlich die Finanzziele an. Am Aktienmarkt reagieren Investoren gelassen. Das Papier schloss am Freitag bei 36,76 Euro und verbuchte ein Tagesplus von 1,63 Prozent. Damit hält sich der Kurs stabil über der 50-Tage-Linie. Auf Jahressicht steht ein satter Gewinn von knapp 32 Prozent.
Am Dienstag, den 16. Juni, endet die erste Annahmefrist. Verlängert UniCredit das Angebot nicht bis Juli, steht das offizielle Ergebnis der ersten Andienungsrunde fest. Dieses Resultat liefert die harte Faktenbasis für den weiteren Verlauf der Übernahme. Bis dahin spiegelt die hohe Volatilität von rund 28 Prozent die Nervosität im Handel wider.
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