Commerzbank Aktie: 36 Euro gegen UniCredit-Angebot

Commerzbank-Vorstand bereitet Stellungnahme zum UniCredit-Angebot vor und setzt auf Dividende sowie Aktienrückkäufe als Abwehr.

Auf einen Blick:
  • Hauptversammlung in Wiesbaden gestartet
  • UniCredit-Angebot mit deutlichem Abschlag
  • Dividende von 1,10 Euro geplant
  • Politische Unterstützung aus Berlin

Heute blicken Aktionäre nach Wiesbaden. Die Commerzbank hält dort ihre Hauptversammlung ab. Die eigentliche Spannung liegt jedoch abseits der Tagesordnung: Der Vorstand bereitet seine offizielle Stellungnahme zum Übernahmeangebot der UniCredit vor. Dieses Dokument definiert die Verteidigungslinie der Frankfurter.

Angebot mit deutlichem Abschlag

Das italienische Angebot stößt beim Management bislang auf wenig Gegenliebe. UniCredit bietet 0,485 eigene Papiere je Commerzbank-Aktie. Eine Barkomponente fehlt komplett. Auf Basis der Frühjahrskurse entspricht das rund 31 Euro je Anteilsschein.

An der Börse klafft eine deutliche Lücke. Die Commerzbank-Aktie notiert aktuell bei knapp 36 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Kursplus von über 40 Prozent. Das UniCredit-Angebot verlangt von den Aktionären faktisch einen Abschlag. Die Folge: Das Frankfurter Management weist den Plan als vage und riskant zurück. Echte Gespräche knüpft die Bank an eine attraktive Prämie.

Dividende und politischer Rückhalt

Auf der heutigen Präsenzveranstaltung will die Bank eigene Stärke demonstrieren. Zur Abstimmung steht eine Dividende von 1,10 Euro pro Aktie. Parallel dazu plant das Management eine neue Ermächtigung für Aktienrückkäufe. Bis zu zehn Prozent des Grundkapitals sollen künftig erworben werden können. Aktionäre sollen so vom eigenständigen Kurs überzeugt werden.

Rückenwind erhält die Commerzbank aus Berlin. Die Bundesregierung lehnt eine feindliche Übernahme strikt ab. Der Bund hält selbst rund zwölf Prozent der Anteile. Das Finanzministerium betonte zuletzt klar die Unterstützung für die Unabhängigkeit der Bank. Ein Verkauf dieser Staatsbeteiligung steht nicht zur Debatte.

Langer Weg bis zur Entscheidung

Ein schnelles Ende des Übernahmepokers ist nicht in Sicht. Die erweiterte Annahmefrist der UniCredit läuft voraussichtlich bis Anfang Juli. Selbst bei einem Erfolg zieht sich der Prozess hin. Wegen diverser regulatorischer Genehmigungen erwartet die italienische Bank einen Abschluss frühestens im Jahr 2027. Die anstehende formelle Stellungnahme der Commerzbank wird nun den Takt für die kommenden Wochen vorgeben. Je deutlicher der Vorstand den Abstand zwischen Angebot und Börsenkurs herausarbeitet, desto stärker wächst der Druck auf UniCredit.

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