Die Commerzbank hat für das erste Halbjahr 2026 den höchsten Nettogewinn ihrer Geschichte ausgewiesen. Mit 1,81 Milliarden Euro übertraf das Institut den bisherigen Bestwert deutlich, im zweiten Quartal allein steuerte die Bank 898 Millionen Euro bei. Das operative Ergebnis kletterte im Halbjahr um 14 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro.
Getragen wurde das Wachstum von einer breiten Ertragsbasis. Die Gesamterträge stiegen im ersten Halbjahr um 7 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro, im zweiten Quartal um 9 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro.
Auch das Provisionsgeschäft legte zu: Der Provisionsüberschuss wuchs im Halbjahr um 8 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro, im Quartalsvergleich um 7 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Die Commerzbank bestätigte zugleich ihre Jahresprognose und stellt für 2026 einen Nettogewinn von mindestens 3,4 Milliarden Euro in Aussicht.
Aktienrückkauf mit EZB-Segen
Parallel zu den Zahlen kündigte die Bank ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 1,2 Milliarden Euro an. Die Europäische Zentralbank hat das Vorhaben bereits genehmigt, sodass der Rückkauf ohne aufsichtsrechtliche Hürden starten kann. Für Anleger ist das ein Signal: Das Institut sieht sich finanziell stark genug, um überschüssiges Kapital an die Aktionäre zurückzuführen, obwohl die strategische Zukunft der Bank weiterhin offen ist.
UniCredit-Frage bleibt ungeklärt
Denn über allem schwebt weiterhin die Frage nach UniCredit. Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp erklärte, man sei „bereit für konstruktive Gespräche mit der UniCredit“, da nur ein gemeinsamer Ansatz Potenzial habe, Mehrwert zu schaffen. Zum Zeitplan der Aufsichtsbehörden sagte sie, man gehe davon aus, dass es im vierten Quartal alle nötigen Genehmigungen geben werde.
Wie es um die tatsächliche Gesprächsbereitschaft steht, bleibt allerdings unklar. Laut Bloomberg trafen sich die Vorstandschefs von UniCredit und Commerzbank am Rande einer privaten Veranstaltung und sprachen dabei über bilanzielle, rechtliche und risikobezogene Fragen im Zusammenhang mit einer möglichen EZB-Konsolidierung.
Von italienischer Seite hieß es jedoch, das Treffen habe keinen Verhandlungsbeginn markiert – ein Hinweis darauf, dass beide Seiten den Austausch unterschiedlich einordnen. Für Anleger bedeutet das: Trotz versöhnlicher Töne aus Frankfurt ist ein förmlicher Verhandlungsprozess bislang nicht bestätigt.
Analysten sehen weiteres Potenzial
Die starken Zahlen fanden auch bei Analysten Anklang. Die DZ Bank hob ihr Kursziel für die Commerzbank-Aktie am Freitag vergangener Woche von 42 auf 46 Euro an und bekräftigte die Kaufempfehlung. Die Deutsche Bank bestätigte am selben Tag ihr Kursziel von 42 Euro bei der Einstufung Buy. JPMorgan zeigte sich zurückhaltender und erhöhte sein Kursziel nur leicht von 37 auf 38 Euro, blieb aber bei der neutralen Einstufung.
Kurs nahe am Rekordniveau
Der Aktienkurs spiegelt die positive Entwicklung wider. Am Donnerstag schloss das Papier bei 39,94 Euro, nach einem Plus von 1,3 Prozent auf Tagesbasis. Damit notiert die Aktie nur noch 0,4 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 40,11 Euro, das erst kürzlich erreicht wurde.
Seit Jahresbeginn steht ein Kursplus von 11 Prozent zu Buche, auf Sicht von 30 Tagen legte das Papier um 4,6 Prozent zu. Die Marktkapitalisierung beläuft sich mittlerweile auf 42,56 Milliarden Euro – ein Niveau, das die gestiegene Bewertung des Instituts nach den jüngsten Rekordzahlen unterstreicht.
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