Die Übernahmeschlacht um die Commerzbank tritt in ihre heiße Phase. Am kommenden Donnerstag entscheidet die EZB über die Leitzinsen, zugleich läuft die Annahmefrist des UniCredit-Angebots in zehn Tagen aus. Die Aktie notiert bei 36,82 Euro – nur 3,5 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 38,15 Euro. Der Widerstand aus Frankfurt gegen den Mailänder Vorstoß ist massiv.
Wenig Zuspruch – viel Widerstand
UniCredit hat offiziell mitgeteilt, dass ihr bislang Aktien für 7,58 Prozent des Commerzbank-Kapitals angedient wurden. Zusammen mit bereits gehaltenen Anteilen und Derivaten kommt sie auf 34,35 Prozent – die meldepflichtige 30-Prozent-Schwelle ist damit überschritten. Doch das Bild täuscht.
Nach Angaben der Commerzbank stammen die Andienungen fast ausschließlich von Derivate-Gegenparteien, die im Rahmen von UniCredits Absicherungsgeschäften handeln. Unabhängige institutionelle Investoren haben dem Angebot dagegen so gut wie keine Aktien eingereicht. Privatanleger kommen auf magere 0,05 Prozent. Die Commerzbank hat die BaFin eingeschaltet und wirft UniCredit vor, ein „irreführendes Bild“ der Unterstützung zu zeichnen.
EZB-Entscheidung als Weichenstellung
Die Zinssitzung am Donnerstag könnte zum Kurstreiber werden. Die Commerzbank hatte ihren Ausblick zuletzt auf ein Nettoergebnis von mindestens 3,4 Milliarden Euro für 2026 angehoben – getragen vom Nettozinsergebnis. Bleibt die Inflation mit 2,6 Prozent über Ziel, dürfte die EZB eine restriktive Gangart wählen. Höhere Zinsen würden die Profitabilität der Commerzbank weiter stützen und den Druck auf UniCredit erhöhen, ihr Angebot nachzubessern.
Technisch intakt
Der Aufwärtstrend des Papiers ist intakt. Der 50-Tage-Durchschnitt bei 35,13 Euro dient als erste Unterstützung, der 200-Tage-Durchschnitt bei 33,75 Euro bestätigt den Trend. Der RSI von 55,2 zeigt eine neutrale bis leicht positive Verfassung ohne Überhitzung. Sollte der Kurs das 52-Wochen-Hoch von 38,15 Euro überwinden, wäre dies ein starkes Signal.
Die kommenden Tage sind entscheidend: Am 16. Juni endet die reguläre Annahmefrist. Gelingt es UniCredit nicht, die Zustimmung signifikanter institutioneller Investoren zu gewinnen, bleibt nur eine Fristverlängerung bis zum 3. Juli. Ob der Widerstand in Frankfurt trägt oder die Mailänder doch noch Bewegung in die Aktionärsreihen bekommen – diese Woche wird die Richtung weisen.
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