Dienstag in Wiesbaden, Mittwoch Ex-Dividenden-Tag — und im Hintergrund ein Übernahmegebot, das unter dem aktuellen Börsenkurs liegt. Für Commerzbank-Aktionäre wird die Woche ab dem 20. Mai zur Nagelprobe.
Hauptversammlung als Kraftprobe
UniCredit will die Commerzbank übernehmen. Das Commerzbank-Management lehnt ab. Am Dienstag treffen beide Seiten erstmals öffentlich aufeinander — auf der ordentlichen Hauptversammlung in Wiesbaden.
Auf der Tagesordnung steht unter anderem die Dividende von 1,10 Euro je Aktie. Das sind 70 Prozent mehr als im Vorjahr. Hinzu kommt die Abstimmung über eine Ermächtigung für weitere Aktienrückkäufe. Zusammen mit zwei bereits abgeschlossenen Rückkaufprogrammen im Volumen von rund 1,5 Milliarden Euro gibt die Bank für das Geschäftsjahr 2025 insgesamt rund 2,7 Milliarden Euro an Aktionäre zurück.
WpÜG-Stellungnahme fehlt noch
Das Übernahmeangebot von UniCredit liegt bei 0,485 UniCredit-Aktien je Commerzbank-Aktie. Das entspricht rund 31,07 Euro — ein Abschlag von etwa 9 Prozent auf den zuletzt gehandelten Kurs von 36,15 Euro. Kein Wunder, dass viele Aktionäre abwarten.
Die formelle Stellungnahme von Vorstand und Aufsichtsrat nach § 27 WpÜG liegt noch nicht vor. Sie wird das zentrale Dokument für die Aktionäre: Erst dann gibt es die offizielle Bewertung des Angebots. Inhaltlich hat die Commerzbank ihre Position bereits abgesteckt — das Angebot sei vage, die Umsetzungsrisiken erheblich. Das Commerzbank-Management empfiehlt Aktionären ausdrücklich, bis zum Vorliegen dieser Stellungnahme keine Entscheidung zu treffen. Die Annahmefrist läuft voraussichtlich bis zum 3. Juli 2026. Ein möglicher Abschluss des Übernahmeverfahrens wird von UniCredit erst für 2027 erwartet.
Eigenständigkeit mit Rekordergebnissen untermauert
Als Gegenargument zur Übernahme setzt die Commerzbank auf ihre Wachstumsstory. Im ersten Quartal 2026 stieg das operative Ergebnis um 11 Prozent auf 1,358 Milliarden Euro — das beste Quartalsergebnis der Unternehmensgeschichte. Bis Ende des Jahrzehnts peilt der Vorstand einen Nettogewinn von 5,9 Milliarden Euro an.
Die Aktie notiert bei 36,15 Euro und liegt damit rund 8 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Der RSI von 83 signalisiert allerdings eine überkaufte Lage — technisch ist die Luft kurzfristig dünn.
Wer die Dividende von 1,10 Euro kassieren will, muss die Aktie vor dem Ex-Tag am 21. Mai im Depot halten. Die Auszahlung folgt am 25. Mai 2026.
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