Nur 0,02 Prozent der Commerzbank-Aktien wurden bisher angedient. Das ist die ernüchternde Zwischenbilanz des UniCredit-Übernahmeangebots nach dem ersten Stichtag am 19. Mai 2026. Die Aktionäre sprechen eine klare Sprache — und das Management nutzt den Rückenwind.
Aktionäre verweigern die Gefolgschaft
UniCredit bietet 0,485 eigene Aktien für jedes Commerzbank-Papier. Vorstandschefin Bettina Orlopp lehnt das als „vage“ ab — ohne angemessene Prämie und mit erheblichen Umsetzungsrisiken. Die verschwindend geringe Andienungsquote bestätigt ihre Linie.
Der Druck auf UniCredit wächst. Die Großbank hält zwar 38,87 Prozent an der Commerzbank. Die übrigen Aktionäre signalisieren jedoch, dass sie auf den eigenständigen Kurs setzen. Arbeitnehmervertreter und die Gewerkschaft ver.di warnen obendrein vor massivem Stellenabbau im Fusionsfall — ein politisches Gegengewicht, das das Vorhaben weiter belastet.
Rückkäufe als Abwehrwaffe
Auf der Hauptversammlung in Wiesbaden stimmten die Aktionäre zwei Rückkauf-Ermächtigungen mit 96,25 und 97,79 Prozent zu. Damit kann die Bank erneut bis zu 10 Prozent des Grundkapitals über die Börse zurückkaufen. Ein klares Mandat.
Die Rückkäufe sind Teil der „Momentum 2030″-Strategie. Zusammen mit der Dividende von 1,10 Euro je Aktie — ex-Dividende seit dem 21. Mai — plant die Bank, für das abgelaufene Geschäftsjahr rund 2,7 Milliarden Euro an Aktionäre auszuschütten. Die Dividendenzahlung selbst erfolgt am 25. Mai 2026.
Eigene Ziele als bestes Argument
Orlopp setzt auf Zahlen statt Fusionsversprechen. Das Nettoergebnis 2026 soll mindestens 3,4 Milliarden Euro erreichen. Bis 2030 peilt das Institut eine Nettoeigenkapitalrendite von 21 Prozent an.
Die Aktie notiert bei 36,11 Euro und liegt damit rund 7,6 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Auf Jahressicht hat sie knapp 36 Prozent zugelegt — eine Entwicklung, die Orlopp als Beleg für den Wert der Eigenständigkeit nutzt.
Ob UniCredit sein Angebot nachbessert oder die Offerte auslaufen lässt, entscheidet sich in den kommenden Wochen. Solange die Commerzbank ihre Gewinnziele für 2026 liefert, hat das Management das stärkste Argument auf seiner Seite.
Commerzbank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Commerzbank-Analyse vom 22. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Commerzbank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Commerzbank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 22. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
