Comcast-Aktie: Zu viel auf einmal!

Comcast verliert 4,6 Prozent nach Quartalsbericht. Breitbandkunden schwinden, Peacock wird profitabel, die geplante Aufspaltung sorgt für Unsicherheit.

Auf einen Blick:
  • Q2 2026: Umsatz plus 5 Prozent, bereinigtes EBITDA minus 5 Prozent
  • Broadband verlor 167.000 Abonnenten, ARPU sank um 3,8 Prozent
  • Peacock erstmals profitabel mit 189 Millionen Dollar EBITDA, 48 Millionen zahlende Abonnenten
  • Unternehmensaufspaltung geplant, Aktienrückkäufe seit 1. Juli pausiert

Am 23. Juli 2026 meldete Comcast seine Zahlen für das zweite Quartal, und die Aktie quittierte das mit einem Tagesabschlag von 4,6 Prozent. Wer den Earnings Call hört, versteht warum. Brian Roberts sprach von Energie und Aufbruch, von zwei großartigen Unternehmen, die endlich frei werden. Jason Armstrong lieferte die Zahlen dazu: Umsatz plus 5 Prozent, bereinigtes EBITDA minus 5 Prozent. Das ist kein Widerspruch, das ist Comcast im Jahr 2026.

Broadband: Das Loch wird kleiner, bleibt aber ein Loch

167.000 Broadband-Abonnenten hat Comcast im zweiten Quartal verloren. Immerhin, das waren 34.000 weniger als im Vorjahreszeitraum. CFO Armstrong nannte das „ermutigende Zeichen“ der neuen Go-to-Market-Strategie. Das muss man schon so sehen wollen. Für den Außenstehenden sind es eher ernüchternde Zahlen.

Gleichzeitig sank der Broadband-ARPU um 3,8 Prozent. Comcast hat bewusst auf eine Preiserhöhung verzichtet, Kunden in günstigere Tarife migriert, und obendrauf kostenlose Mobilfunklinien angeboten, die den ARPU zusätzlich drücken. Das Ergebnis: Das Connectivity-and-Platforms-Segment verbuchte ein EBITDA-Minus von 5,8 Prozent. Armstrong versprach „moderate Verbesserungen ab dem dritten Quartal“. Wir werden sehen.

Wireless: Das Glanzstück mit Haken

448.000 Netto-Linien im Quartal, Rekord. 10,2 Millionen Linien insgesamt, erstmals zweistellig. Steve Croney, der neue Chef von Connectivity and Platforms, sprach von 7 Prozent Penetration des adressierbaren Marktes als Beleg für die riesige Wachstumschance. Das stimmt. Aber rund die Hälfte der neuen Anschlüsse sind Gratislinien, die erst noch zu zahlenden Kunden werden müssen. Armstrong betonte, die frühen Kohorten konvertierten „im Rahmen der Erwartungen“. Ob das reicht, entscheidet sich in der zweiten Jahreshälfte.

Peacock: Endlich schwarze Zahlen

189 Millionen Dollar EBITDA im Quartal, Peacock profitabel zum ersten Mal. 48 Millionen zahlende Abonnenten, plus 2 Millionen gegenüber dem Vorquartal. Umsatz plus 54 Prozent, Werbeerlöse plus 70 Prozent, getrieben von FIFA-Weltmeisterschaft, NBA-Playoffs und Love Island. Das ist tatsächlich ein Meilenstein nach Jahren des Aufbaus.

Mike Cavanagh schränkte allerdings ein: Profitabilität werde quartalsweise schwanken, je nach Sportkalender und Content-Timing. Auf Jahresbasis solle sie sich verbessern. Das ist die ehrlichere Formulierung.

Parks: Unerwarteter Gegenwind

Epic Universe in Orlando läuft, die Gästezufriedenheit ist hoch. Trotzdem sank das Parks-EBITDA um 5 Prozent. Die breitere Orlando-Nachfrage schwächelte ab Juni, höhere Reisekosten und eingetrübte Konsumstimmung machen sich bemerkbar. In Osaka drücken China-Reisebeschränkungen weiter auf die Zahlen. Cavanagh bezeichnete die Schwäche als temporär. Vielleicht. Aber der Trend hält bis ins dritte Quartal an.

Die Aufspaltung und was sie kostet

Seit drei Wochen ist bekannt, dass Comcast sich in zwei eigenständige Unternehmen aufteilen will: den Kabelnetzbetreiber auf der einen, NBCUniversal und Sky auf der anderen Seite. Roberts ist begeistert. Die Märkte weniger. Seit der Ankündigung wurden die Aktienrückkäufe pausiert, vorerst bis zur Vollendung der Trennung in etwa einem Jahr. 900 Millionen Dollar Rückkäufe gab es noch im zweiten Quartal. Danach: Pause.

Freier Cashflow von 4,6 Milliarden Dollar im Quartal zeigt, dass das Geschäft trotz allem solide läuft. Aber Investoren, die auf Kapitalrückflüsse gesetzt haben, warten jetzt. Und die Aktie ist seit Jahresbeginn um 17,3 Prozent gefallen. Zwei großartige Unternehmen, hat Roberts gesagt. Derzeit ist es noch eines, und das kostet 17 Prozent.

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