Zwei Baustellen, ein Unternehmen: Während Washington um ein Regelwerk für Kryptowährungen ringt, arbeitet Coinbase im Hintergrund bereits an der Absicherung gegen eine ganz andere Bedrohung — Quantencomputer, die eines Tages Bitcoins Verschlüsselung knacken könnten. Beide Themen zeigen, wie sehr die Börse zwischen politischer Unsicherheit und technischer Vorsorge navigiert.
Der Clarity Act steckt fest
Der Clarity Act, das zentrale Gesetzesvorhaben zur Regulierung digitaler Vermögenswerte in den USA, kam im Senat nicht durch. Nur zwei Tage später reagierte die SEC und schuf im Rahmen ihrer bestehenden Befugnisse einen befristeten Weg für den Handel mit bestimmten tokenisierten Aktien. Die CFTC reichte parallel einen eigenen Regulierungsvorschlag beim Weißen Haus ein, dessen Inhalt bislang nicht veröffentlicht wurde.
Coinbase-CEO Brian Armstrong hatte sich zuvor öffentlich für den Clarity Act starkgemacht und nach der gescheiterten Abstimmung im Senat deutlich gemacht, dass die Branche nicht länger auf den Kongress warten will. Senator Thom Tillis änderte inzwischen sein Abstimmungsverhalten, um einen erneuten Anlauf im Senat zu ermöglichen — das Gesetz ist also nicht endgültig vom Tisch, aber auch nicht in Sicht.
Auf der anderen Seite formiert sich Widerstand: Eine parteiübergreifende Gruppe von Generalstaatsanwälten forderte den Bankenausschuss auf, den Gesetzentwurf abzulehnen, weil er die Aufsichtsbefugnisse der Bundesstaaten beschneiden würde. Für Coinbase bedeutet das: Die regulatorische Landschaft bleibt fragmentiert, selbst wenn einzelne Behörden auf eigene Faust vorpreschen.
Vorsorge für die Zeit nach dem Quantencomputer
Während sich die Politik mit Zuständigkeiten beschäftigt, treibt Coinbase intern ein technisches Projekt voran, das deutlich langfristiger angelegt ist. Der Verantwortliche für Kryptographie bei Coinbase, Yehuda Lindell, beschrieb in einem Interview, wie das Unternehmen seine Verwahrlösungen für ein Bitcoin-Netzwerk vorbereitet, das irgendwann auf quantensichere Signaturverfahren umsteigen könnte.
Coinbase verwahrt für institutionelle Kunden wie BlackRock Vermögenswerte im Umfang von rund 250 Milliarden Dollar. Ein Kernbaustein dieser Infrastruktur, die sogenannte Multi-Party Computation, könnte mit bestimmten quantensicheren Signaturschemata jedoch nicht kompatibel sein. Hash-basierte Signaturen etwa gelten als quantensicher, lassen sich aber technisch kaum mit dem bisherigen Verfahren zur Aufteilung privater Schlüssel kombinieren.
Als Rückfalllösung untersucht Coinbase den Einsatz programmierbarer Hardware-Sicherheitsmodule — physisch abgesicherte Rechenzentren, in denen verschlüsselte Schlüssel nur unter strengen Kontrollen zusammengeführt werden. Ein konkreter Zeitplan für den Abschluss dieser Vorbereitungen steht bislang nicht fest.
Beide Entwicklungen laufen unabhängig voneinander, zeigen aber ein gemeinsames Muster: Coinbase versucht, Unsicherheiten frühzeitig zu managen, statt auf externe Klarheit zu warten. Ob das regulatorische Vakuum in Washington durch Behördenaktivität geschlossen wird oder der Kongress doch noch handelt, bleibt vorerst offen — die technische Vorbereitung auf die Zeit nach dem Quantencomputer läuft davon unabhängig weiter.
Coinbase-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Coinbase-Analyse vom 23. September liefert die Antwort:
Die neusten Coinbase-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Coinbase-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
