Die irische Zentralbank hat Coinbase Ireland zur Kasse gebeten. Die Strafe fällt mit 3,25 Millionen Euro überschaubar aus. Brisanter ist, was die Aufseher im Detail beanstanden: Kundengelder wurden nicht sauber getrennt, und die Kontrolle ausgelagerter Prozesse lief ins Leere.
Vermischte Kundengelder
Laut Mitteilung der Behörde konnte die irische Tochter nicht belegen, dass sie Kundengelder korrekt trennte und sicherte. Sie konnte täglich nicht genau berechnen, wie viel sie überhaupt zu verwahren hatte. Die Fehlbeträge erreichten 2024 zeitweise 5,2 Millionen Euro.
Rund 30 institutionelle Kunden überwiesen zudem rund 19 Monate lang Dollar auf Konten der US-Muttergesellschaft statt auf Konten der irischen Einheit. Auch Gelder ehemaliger Kunden von Coinbase UK landeten bis August 2025 auf einem britischen Sicherungskonto.
Die Zentralbank sieht darin ein Risiko: Wäre die irische Tochter insolvent geworden, hätten Nutzer ihr Geld womöglich nicht zügig und vollständig zurückerhalten. Hinzu kommt, dass die Tochter stark auf die Infrastruktur des US-Konzerns setzte, ohne vor Ort genug Know-how zur Aufsicht zu besitzen. Frühere Hinweise der Behörde aus den Jahren 2022 und 2023 blieben demnach unzureichend bearbeitet.
Einigung mit Rabatt
Coinbase räumte die Verstöße am Mittwoch ein und akzeptierte eine Rüge. Ohne den Abschlag von 30 Prozent für die Einigung hätte die Strafe bei 4,65 Millionen Euro gelegen. Das Hochgericht muss die Sanktion noch bestätigen.
Das Unternehmen betont, die Probleme selbst erkannt und gemeldet zu haben. Kein Kunde sei geschädigt worden oder habe den Zugriff auf sein Geld verloren. Die Fehlbeträge seien behoben, ein Sicherungsbeauftragter ist seit Dezember 2024 im Amt.
Zweite Strafe binnen eines Jahres
Schon im November 2025 hatte die Zentralbank gegen Coinbase Europe rund 21,5 Millionen Euro verhängt. Damals waren mehr als 30 Millionen Transaktionen unzureichend überwacht worden, was zu 2.708 verspäteten Verdachtsmeldungen führte. Zusammen summieren sich die Bußen nun auf rund 24,7 Millionen Euro.
Finanziell fällt das bei einem Konzern dieser Größe kaum ins Gewicht. Schwerer wiegt das Signal: Marktbeobachter dürften die wiederholten Beanstandungen interner Kontrollen als Reputationsrisiko gegenüber Aufsehern und institutionellen Kunden werten. Möglicherweise sind zusätzliche Compliance-Investitionen nötig, die die Kosten erhöhen.
An der Börse blieb die Reaktion nicht aus. Die Aktie notierte am Donnerstagnachmittag auf Tradegate gut vier Prozent im Minus bei etwa 151 Euro. Ob die Strafe oder die allgemeine Marktlage ausschlaggebend war, lässt sich nicht trennen. Der nächste konkrete Schritt ist die Bestätigung der Sanktion durch das irische Hochgericht.
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