Coinbase-Aktie: Immer noch in der Bitcoin-Falle gefangen!

Trotz erfolgreicher Diversifizierung des Geschäftsmodells bleibt die Coinbase-Aktie stark vom Bitcoin-Kurs abhängig. Die Preiskorrelation ist in den letzten zwei Jahren sogar enger geworden.

Auf einen Blick:
  • Coinbase-Aktie seit Oktober um 55% gefallen, Bitcoin im gleichen Zeitraum um 42%
  • Transaktionserlöse von 96% auf 57% des Gesamtumsatzes gesunken
  • Stablecoin-Umsatz wuchs 2025 um 48% auf 1,4 Milliarden Dollar
  • Korrelation mit Bitcoin in den letzten 24 Monaten sogar gestiegen

Am 14. April 2021 feierte Coinbase sein Börsendebüt an der Nasdaq. Ausgabepreis: 250 Dollar. Heute steht die Aktie bei 173 Dollar. Das sind 31 Prozent Verlust über fünf Jahre, in denen das Unternehmen nach eigener Darstellung alles getan hat, um sich vom Schicksal des Bitcoins zu emanzipieren. Hat nicht so recht gezündet.

Denn seit Anfang Oktober ist die Coinbase-Aktie um 55 Prozent eingebrochen. Bitcoin verlor im selben Zeitraum rund 42 Prozent. Wer glaubte, die Diversifizierung würde die Kopplung lockern, sieht sich eines Besseren belehrt. Die monatliche Preiskorrelation zwischen Coinbase und Bitcoin liegt bei 0,76 über die letzten fünf Jahre, und in den vergangenen 24 Monaten ist sie sogar noch enger geworden.

Coinbase Global Aktie Chart

Die Zahlen sind eigentlich nicht schlecht

Dabei hat CEO Brian Armstrong sein Unternehmen tatsächlich umgebaut. Transaktionserlöse machten 2020 noch 96 Prozent des Gesamtumsatzes aus. 2025 waren es noch 57 Prozent. Der Stablecoin-Umsatz wuchs um 48 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar. Mit USDC, dem gemeinsam mit Circle aufgelegten Stablecoin, hat Coinbase eine echte Infrastrukturposition aufgebaut. Dazu kommen Derivate, Kreditkarten, Aktienhandel, Vorhersagemärkte. Zwölf Produkte generieren laut Unternehmen jeweils mindestens 100 Millionen Dollar Jahresumsatz.

Firmen wie Stripe, JPMorgan und BlackRock nutzen Coinbases Blockchain-Infrastruktur für eigene Anwendungen. Das klingt nach einem Technologieunternehmen mit breiter Kundenbasis, nicht nach einem Krypto-Casino.

„Silly“, sagt der frühere AOL-Chef

Barry Schuler, dessen Firma DFJ Growth in der Series-C-Runde bei Coinbase einstieg, bringt es gegenüber dem Fachmagazin Barron’s direkt auf den Punkt. Der Markt habe Coinbase auf Bitcoin indexiert, sagt er, und das sei schlicht „silly“. Damit hat er nicht Unrecht. Visa und Mastercard integrieren Stablecoins. BlackRocks Bitcoin-ETF verkauft sich prächtig. Nasdaq und die New York Stock Exchange bereiten sich auf tokenisierte Aktien vor. Nichts davon hängt direkt am Bitcoin-Kurs.

Und doch: Bitcoin repräsentiert noch immer knapp 60 Prozent der gesamten Krypto-Marktkapitalisierung. Owen Lau von Clear Street sagt es so: „Es gibt nach wie vor die starke Wahrnehmung, dass dieses ganze Ökosystem von Bitcoin angetrieben wird.“ Solange Bitcoin hustet, liegt Coinbase im Bett.

Wetten auf die Zukunft, nicht auf die Bilanz

Andrew Jeffrey von William Blair bringt das Kernproblem auf eine Formel: „Wenn jeder eine Super-App hat, hat niemand eine Super-App.“ Robinhood und SoFi bieten inzwischen ähnliche Produkte an. Die Differenzierung ist schwer. Coinbase selbst trennt die Ergebnisse seiner Nicht-Krypto-Geschäfte nicht einmal aus der Berichterstattung heraus.

Was Coinbase von Investoren verlangt, ist Fantasie. Die These lautet: Finanzdienstleistungen wandern auf Blockchain-Schienen, jedes Asset wird tokenisiert, und wer die Infrastruktur dafür baut, gewinnt. Jeffrey fasst es nüchtern zusammen: Coinbase wird kein guter Aktie sein, solange Krypto kein deutlich größerer Markt ist. Wird er das, „ist es schwer, gegen den Marktführer zu wetten.“

Fünf Jahre nach dem Börsengang lautet die Wette also immer noch dieselbe wie am ersten Tag.

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