Coinbase Aktie: Gewinn aus Bewertungseffekten

Symbolbild, KI-generiert

Bewertungsgewinne auf Krypto-Bestände trugen den Großteil des Überschusses, während Transaktionserlöse und Gesamtumsatz zurückgingen.

Auf einen Blick:
  • 719 Millionen Dollar Nettogewinn im dritten Quartal
  • Krypto-Bestände steuerten 715 Millionen Dollar bei
  • Transaktionserlöse sanken um 43 Prozent
  • Prognosemärkte überschritten 200 Millionen Dollar Jahresumsatz

Coinbase meldet die Rückkehr in die Gewinnzone, doch die Zahl täuscht. Der Überschuss stammt fast vollständig aus Buchgewinnen auf Krypto-Bestände, während das Kerngeschäft Federn lässt. Nachbörslich gab die Aktie spürbar nach, in einer Spanne von gut zwei bis knapp fünf Prozent.

Der Gewinn kommt aus dem Depot

Im dritten Quartal 2026 stand nach drei Verlustquartalen ein Nettogewinn von 719 Millionen US-Dollar, je Aktie 2,51 Dollar. Der bereinigte Nettogewinn lag dagegen nur bei 78 Millionen Dollar. Die Differenz erklären Gewinne auf Krypto-Bestände von 715 Millionen Dollar.

Wie stark das Ergebnis an den Kryptopreisen hängt, zeigt das Vorquartal. Damals stand ein Nettoverlust von knapp 360 Millionen Dollar, auch weil die Bestände Verluste beisteuerten. Aussagekräftiger ist deshalb der bereinigte Wert.

Handel schwächelt, Kosten sinken

Die Transaktionserlöse, wichtigste Ertragsquelle, brachen um 43 Prozent auf 590,2 Millionen Dollar ein. Der Gesamtumsatz sank um rund 35 Prozent auf 1,22 Milliarden Dollar. Die Betriebsausgaben fielen um 17 Prozent auf 1,15 Milliarden Dollar, das bereinigte EBITDA erreichte 333 Millionen Dollar.

Die Kostensenkung stützt das Ergebnis, löst aber das Erlösproblem nicht. Der Spot-Handel am Kryptomarkt ging gegenüber dem Vorquartal um 10 Prozent zurück. Dass der Umsatz zum Vorquartal dennoch flach blieb, verdankt Coinbase laut Finanzchefin Alesia Haas den Prognosemärkten, also Plattformen für Wetten auf Ereignisse.

Prognosemärkte als Hoffnungsträger

Dieses Geschäft übersprang nach Unternehmensangaben 200 Millionen Dollar annualisierten Umsatz, die Zahl der täglichen Trader stieg um mehr als 60 Prozent. Haas betont, die Produkte hingen weniger an der Kryptovolatilität. Das Geschäft werde dadurch diversifizierter. Ob die Sparte schwache Handelsphasen dauerhaft ausgleicht, müssen erst die Folgequartale zeigen.

Das Analystenbild ist breit gefächert. Die Kursziele reichen von 100 bis 330 Dollar, das mittlere liegt bei rund 210 Dollar. J.P. Morgan hob das Ziel zuletzt von 148 auf 189 Dollar an und bestätigte die Kaufempfehlung. Auf die neuen Zahlen reagieren die Häuser erst in den kommenden Tagen.

CEO Brian Armstrong kündigte zudem an, dass Coinbase Pro als Plattform für fortgeschrittene Händler zurückkehren soll. Die ersten Analystenkommentare nach den Zahlen dürften zeigen, ob der Markt den bereinigten Gewinn oder die Prognosemärkte stärker gewichtet.

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