Schwächelnde Handelsvolumina, ein ausscheidender Boarddirektor und eine Herabstufung durch Barclays — Coinbase steht vor seinem Q1-Bericht unter Druck von mehreren Seiten gleichzeitig. Besonders der Einbruch der Krypto-Aktivität trifft das Kerngeschäft empfindlich.
Barclays sieht Gewinnerwartungen weit verfehlt
Barclays hat Coinbase von „Neutral“ auf „Underweight“ herabgestuft und das Kursziel von 148 auf 140 US-Dollar gesenkt. Begründung: „Profitabilität unter Druck“. Analyst Benjamin Buddish verweist darauf, dass die globale Krypto-Handelsaktivität trotz eines kryptofreundlichen politischen Umfelds in den USA auf ein Niveau gefallen ist, das zuletzt Ende 2023 zu beobachten war.
Die Zahlen sind deutlich: Barclays modelliert für Q1 Transaktionserlöse von 678 Millionen US-Dollar — weit unter der Konsensschätzung von 876 Millionen Dollar. Das Spot-Volumen im ersten Quartal lag bei rund 189 Milliarden Dollar, ein Rückgang von 30 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Auch Oppenheimer hat seine Volumenprognose für Q1 von 244 auf 211 Milliarden Dollar nach unten korrigiert.
Hintergrund ist die schwache Krypto-Marktentwicklung: Bitcoin verlor im ersten Quartal mehr als 22 Prozent seines Wertes, Ether sogar knapp 29 Prozent. Das dämpfte die Handelsbereitschaft — vor allem bei Privatanlegern, die für Coinbase besonders margenrelevant sind.
Strategische Ambitionen stoßen auf Skepsis
Barclays stellt auch die längerfristige Ausrichtung infrage. Coinbase verfolgt den Anspruch, eine Universalbörse zu werden — mit Aktienhandel und Vorhersagemärkten. Doch Barclays sieht dort kaum Wettbewerbsvorteile: Aktienhandel sei ein Niedrigmargengeschäft, bei Vorhersagemärkten hätten Plattformen wie Kalshi und Polymarket bereits erheblichen Vorsprung gewonnen.
Zusätzlich belastet die Unsicherheit rund um Stablecoins. Im Kongress stocken die Verhandlungen über den CLARITY Act, der einen bundesweiten Regulierungsrahmen für den US-Kryptomarkt schaffen soll. Streitpunkt ist, ob Plattformen wie Coinbase ihren Kunden Zinsen auf Stablecoin-Guthaben zahlen dürfen. Barclays erwartet, dass das Ergebnis eher zugunsten der Banken ausfallen wird. Für Coinbase wäre das schmerzhaft: Stablecoin-bezogene Einnahmen machten im dritten Quartal 2025 rund ein Fünftel des Gesamtumsatzes aus.
Coinbase Global Aktie Chart
Boardverkleinerung und institutioneller Aufbau
Parallel dazu verlässt Paul Clement, ehemaliger U.S. Solicitor General und renommierter Verfassungsrechtler, den Aufsichtsrat — planmäßig mit Ablauf seiner Amtszeit auf der Hauptversammlung 2026. Das Board schrumpft damit von zehn auf neun Mitglieder.
Auf institutioneller Ebene hat Coinbase Asset Management gemeinsam mit MarketVector Indexes den „Coinbase Store of Value Index“ (COINSOV) lanciert, der Bitcoin und tokenisiertes Gold in einem regelbasierten, volatilitätsgesteuerten Rahmen kombiniert. Das Produkt richtet sich an institutionelle Anleger, die Kapital gegen Inflation und steigende Staatsverschuldung absichern wollen.
Von 33 Analysten bewerten 19 die Aktie mit „Kaufen“, zehn mit „Halten“ und vier mit „Verkaufen“. Barclays ist mit Abstand die pessimistischste Stimme. Die Q1-Zahlen werden Anfang Mai erwartet — dann zeigt sich, wie stark das schwache Handelsumfeld tatsächlich in der Bilanz sichtbar wird.
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