Coinbase hat sich die letzte fehlende Genehmigung gesichert, um sein Derivategeschäft komplett selbst zu kontrollieren. Die US-Terminmarktaufsicht CFTC registrierte Coinbase Clearing LLC als Clearingorganisation. Damit hält die Krypto-Börse jetzt alle drei Bausteine, die für ein durchgängiges Futures-Geschäft nötig sind, selbst im Haus.
Die beiden anderen Stücke besaß Coinbase bereits: die Terminbörse Coinbase Derivatives sowie den Futures-Broker Coinbase Financial Markets. Bislang musste das Unternehmen sich für die Abwicklung auf externe Clearingpartner verlassen. Das ändert sich nun.
Was die eigene Clearingstelle bringt
Mit der eigenen Infrastruktur kann Coinbase eigenen Angaben zufolge künftig vollständig besicherte Kontrakte direkt erstellen und abwickeln. Das Unternehmen bezeichnet die neue Einheit als erste USDC-native Clearingstelle überhaupt — der Stablecoin dient dabei als Sicherheit, die Abwicklung läuft rund um die Uhr.
Klassische Clearinghäuser arbeiten mit Bargeld und Staatsanleihen und richten sich nach dem Bankkalender. Eine Stablecoin-Besicherung braucht diese Pause am Wochenende nicht. Die margenbasierten Derivate und die geplanten Einzelaktien-Perpetuals auf Apple, Tesla und Nvidia laufen vorerst weiter über bestehende Partner — nur die vollständig besicherten Kontrakte wandern in die eigene Struktur.
Konkurrent Kraken hatte für eine vergleichbare Kombination aus Börse und Clearinghaus vergangenes Jahr rund 550 Millionen Dollar für die Übernahme von Bitnomial bezahlt. Coinbase hat sich die gleichen Lizenzen nun im eigenen Haus aufgebaut, ohne dafür einen Zukauf zu benötigen.
Ein dichter Monat für den Ausbau
Die Genehmigung fällt in eine Phase, in der Coinbase sein Produktangebot spürbar verbreitert. Erst am Montag vertiefte das Unternehmen die Kooperation mit Citi, die institutionellen Kunden der Bank Stablecoin-Zahlungen an der Kasse ermöglicht.
In der vergangenen Woche kamen fest verzinste USDC-Kredite gegen Bitcoin über eine Partnerschaft mit Morpho hinzu, im August folgten tokenisierte Aktien auf der eigenen Blockchain Base für Nutzer außerhalb der USA.
Ein branchenweiter Rückenwind kommt hinzu: Die SEC hat eine auf fünf Jahre angelegte Ausnahmeregelung geschaffen, die den Handel tokenisierter US-Aktien auf öffentlichen Blockchains erlaubt. Dieser regulatorische Schritt hat Kursbewegungen bei Krypto-Börsenwerten wie Coinbase ausgelöst, da er die klassische Wertpapierwelt direkter mit der Blockchain-Infrastruktur verknüpft.
Die eigene Clearingstelle macht Coinbase unabhängiger von externen Partnern und öffnet Raum für neue Produkte, die schneller an den Markt kommen könnten. Ob und wann das Unternehmen davon Gebrauch macht, hat es bislang offen gelassen.
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