Drei Quartale, drei verfehlte Prognosen. Coinbase hat die Wall Street schon öfter enttäuscht, doch das Ausmaß der jüngsten Zahlen sticht heraus. Der Verlust im zweiten Quartal fiel so viel größer aus als erwartet, dass die Aktie nachbörslich deutlich unter Druck geriet.
Verlust sprengt jede Erwartung
Coinbase wies für das zweite Quartal 2026 einen Nettoverlust von 359,5 Millionen US-Dollar aus, umgerechnet 1,36 US-Dollar je Aktie. Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Minus von 0,17 US-Dollar je Aktie gerechnet — die Differenz ist gewaltig. Im Vorjahresquartal stand noch ein Gewinn von 1,43 Milliarden US-Dollar in den Büchern.
Auch beim Umsatz reichte es nicht: 1,22 Milliarden US-Dollar standen zu Buche, während der Markt mit rund 1,29 bis 1,30 Milliarden US-Dollar gerechnet hatte. Gegenüber dem Vorjahr, als noch 1,50 Milliarden US-Dollar erlöst wurden, ein Rückgang von 19 Prozent. Die Aktie reagierte nachbörslich mit einem Kursrutsch um 6,61 Prozent auf 152,77 US-Dollar — nachdem sie im regulären Handel zuvor noch um 2,18 Prozent auf 163,58 US-Dollar zugelegt hatte.
Kryptomarkt bremst das Kerngeschäft
Der Grund für die Schwäche liegt im Marktumfeld selbst. Bitcoin verlor im Quartalsverlauf 14 Prozent, Ethereum sogar 25 Prozent. Laut Finanzchefin Alesia Haas gingen die Spot-Handelsvolumina der gesamten Kryptobranche um mehr als 20 Prozent zurück — ein Umfeld, das Coinbase als größte US-Handelsplattform direkt zu spüren bekommt.
Die klassischen Transaktionserlöse fielen entsprechend auf 599 Millionen US-Dollar, unter der Analystenschätzung von 628 Millionen US-Dollar. Ein gewisser Ausgleich kommt aus dem Segment Subscriptions & Services — Staking, Verwahrung, institutionelle Dienste und Zinserträge aus USDC — das mit 555 Millionen US-Dollar zwar ebenfalls unter der Schätzung von 599 Millionen US-Dollar blieb, aber inzwischen einen wachsenden Anteil am Gesamtumsatz stellt.
Parallel zur schwachen Marktlage bleibt Coinbase auch regulatorisch gefordert. Die Prediction-Markets-Sparte Coinbase Financial Markets steht seit April im Visier der New Yorker Generalstaatsanwältin, die inzwischen auch gegen den Konkurrenten Kalshi wegen mutmaßlich unlizenzierter Wettangebote klagt — ein Streit um die Regulierungshoheit über Vorhersagemärkte, der die gesamte Branche betrifft.
Für das dritte Quartal rechnet das Unternehmen mit Erlösen aus Subscriptions & Services zwischen 500 und 580 Millionen US-Dollar sowie bereinigten Aufwendungen von 980 Millionen bis 1,08 Milliarden US-Dollar. Für das Gesamtjahr 2026 senkte und verengte Coinbase seine Kostenprognose auf 4,20 bis 4,45 Milliarden US-Dollar, nach zuvor 4,25 bis 4,60 Milliarden US-Dollar — ein Signal, dass das Management angesichts der anhaltenden Marktflaute stärker auf Kostendisziplin setzt.
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