Die politische Weichenstellung in Washington bleibt für Coinbase eine harte Belastungsprobe. Am Dienstag scheiterte im US-Senat der Versuch, ein umfassendes Gesetzespaket für die Regulierung digitaler Vermögenswerte voranzubringen. Laut Reuters gerieten Krypto-Werte unmittelbar nach der Abstimmung unter Druck, da die Branche auf klare gesetzliche Rahmenbedingungen gehofft hatte.
Der Dämpfer aus der Politik trifft das Unternehmen mitten in einer Phase der geschäftlichen Neuausrichtung. An den Märkten sorgte die Gemengelage zuletzt für kräftige Ausschläge. Am heutigen Freitag verzeichnet das Papier ein Plus von 9,6 Prozent auf 166,14 Euro. Damit schiebt sich der Kurs wieder knapp über den 200-Tage-Durchschnitt von 160,95 Euro.
Vorstoß in den Aktienhandel
Um sich von den Schwankungen der reinen Krypto-Märkte unabhängiger zu machen, treibt das Management neue Segmente voran. Bereits am 3. September reichte Coinbase Registrierungsunterlagen bei der US-Börsenaufsicht SEC ein, um unbefristete Terminkontrakte auf Aktien anzubieten. Wie Chief Policy Officer Faryar Shirzad erklärte, ist für den Start dieser Derivate als nächster Schritt die Genehmigung der Terminmarktaufsicht CFTC erforderlich.
Auf Investorenkonferenzen am 9. und 10. September betonte die Führungsetage die fortschreitende Diversifizierung der Erlösquellen abseits des klassischen Spot-Handels. Dabei verwies das Management auf inzwischen neun aufeinanderfolgende Quartale mit Nettozuflüssen auf der Plattform. Mit neuen Produkten will der Handelsplatz die Anfälligkeit für Handelsflautephasen verringern.
Geteilte Resonanz an der Wall Street
Unter Analysten stößt dieser Kurs auf geteilte Reaktionen. Am Montag stufte das Analysehaus Compass Point die Aktie von Verkaufen auf Neutral herauf und hob das Kursziel von 130 auf 177 US-Dollar an. Zuvor hatte am 10. September bereits Morgan Stanley die Beobachtung mit der Einstufung Equal Weight und einem Kursziel von 250 US-Dollar aufgenommen.
Die Experten heben zwar die strategischen Fortschritte hervor, verweisen jedoch weiterhin auf die spürbare Bindung an den Krypto-Gesamtmarkt. Medienberichten zufolge trennte sich zudem Direktor Marc Andreessen am 8. September von einem Paket über 13.676 Anteilsscheine. Der Verwaltungsrat hält nach der Transaktion weiterhin einen Bestand von gut 1,13 Millionen Aktien.
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