Der Technologiekonzern Coherent erlebt an den Märkten derzeit eine massive Aufwärtsbewegung. Ein Zusammenspiel aus regulatorischen Initiativen der US-Regierung und der anhaltenden Dynamik im Bereich der künstlichen Intelligenz treibt den Kurs des Spezialisten für optische Materialien und Halbleiter an. Am heutigen Montag setzt das Papier seinen positiven Trend fort und notiert mit einem Plus von 3,11 Prozent bei 338,10 Euro.
FCC-Pläne belasten chinesische Konkurrenz
Ein wesentlicher Treiber für die jüngste Rallye ist ein Entwurf der US-Fernmeldebehörde FCC. Wie Reuters bereits am 4. August berichtete, plant die Behörde Beschränkungen für den Import chinesischer optischer Transceiver.
Diese Komponenten sind für den Datentransfer in modernen Rechenzentren unerlässlich. Da chinesische Anbieter derzeit Schätzungen zufolge rund 60 Prozent des globalen Marktes kontrollieren, würde ein solches Verbot eine erhebliche Marktlücke reißen.
Westliche Unternehmen wie Coherent stehen bereit, diese Lücke zu füllen. Marktbeobachter von Trefis verweisen darauf, dass die Aktie infolge dieser Aussichten eine Serie von sieben Gewinn tagen in Folge verzeichnete. Da die Abhängigkeit der US-Infrastruktur von asiatischen Zulieferern verringert werden soll, rücken etablierte westliche Produzenten verstärkt in den Fokus der Investoren.
KI-Infrastruktur als Wachstumstreiber
Neben der regulatorischen Komponente stützen solide operative Zahlen das Vertrauen der Anleger. In einem früheren Quartalsbericht wies Coherent einen Umsatz von 1,81 Milliarden US-Dollar aus, was einem Zuwachs von 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Besonders hervorzuheben ist das Segment für Datenzentren, das ein Wachstum von 30 Prozent generierte.
Die strategische Bedeutung des Unternehmens wird zudem durch namhafte Partner unterstrichen. Berichten zufolge hat der KI-Chip-Gigant Nvidia rund zwei Milliarden US-Dollar in die Versorgungssicherheit bei Partnern wie Coherent und Lumentum investiert.
Um die steigende Nachfrage zu bedienen, investiert Coherent derzeit in den Ausbau der Produktion von Indiumphosphid-Wafern an einem Standort in Texas. Diese Materialien sind entscheidend für die nächste Generation optischer Laserverbindungen.
Erwartungen an den Quartalsbericht
Die aktuelle Kursentwicklung spiegelt eine hohe Erwartungshaltung vor den nächsten Geschäftszahlen wider, die für den kommenden Mittwoch geplant sind. Analysten rechnen im Konsens mit einem bereinigten Gewinn pro Aktie von etwa 1,62 US-Dollar bei einem Quartalsumsatz von knapp 1,99 Milliarden US-Dollar. Die Aktie hat seit Jahresbeginn bereits eine beeindruckende Performance von 108,06 Prozent erzielt.
Trotz der steilen Rallye der letzten Tage zeigt der Chart eine stabile Struktur. Mit dem aktuellen Kursniveau notiert das Papier 12,91 Prozent über seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 50 Tage.
Anleger achten nun darauf, ob die für Mittwoch erwarteten Kennzahlen die hohen Bewertungen rechtfertigen können. Medienberichten zufolge liegt das durchschnittliche Kursziel der Analysten derzeit bei rund 383 US-Dollar, wobei die Schätzungen durch die neuen Marktbedingungen zuletzt nach oben angepasst wurden.
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