Das Technologieunternehmen Coherent hat mit seinen Ergebnissen für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 die Erwartungen des Marktes deutlich übertroffen. Sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn je Aktie lieferte der Konzern Zahlen ab, die über dem Konsens der Analysten lagen. Besonders der Ausblick auf das kommende Quartal sowie die langfristigen Wachstumsziele im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) sorgen für Aufmerksamkeit.
Fokus auf KI-Infrastruktur und neue Wachstumsziele
Im abgelaufenen Quartal steigerte Coherent den Umsatz um 34 Prozent auf 2,05 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie belief sich auf 1,74 US-Dollar. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war das Segment Datacenter & Communications, dessen Erlös im Vergleich zum Vorjahr um 59 Prozent auf 1,62 Milliarden US-Dollar kletterte. Damit steuert dieser Bereich mittlerweile 79 Prozent zum Gesamtumsatz des Unternehmens bei.
Um die Marktführerschaft im Bereich der optischen Kommunikation weiter auszubauen, hat Coherent am Mittwoch den Abschluss eines mehrjährigen Liefervertrags mit NVIDIA bekannt gegeben. Im Rahmen dieser Vereinbarung wird Coherent optische Komponenten und Transceiver für die nächste Generation von KI-Rechenzentrumsarchitekturen liefern.
Parallel dazu bestätigte CEO Jim Anderson gestern, dass das Unternehmen die Produktion von Indiumphosphid-Lasern (InP) schneller als geplant hochfahren wird, um die steigende Nachfrage zu bedienen.
Langfristig strebt das Management bis zum Ende des Geschäftsjahres 2027 einen Quartalsumsatz von mehr als 3 Milliarden US-Dollar an. Um dieses Ziel zu erreichen, hat das Unternehmen massiv in Forschung und Entwicklung investiert.
Im Geschäftsjahr 2026 stiegen diese Ausgaben auf 723 Millionen US-Dollar, nachdem sie im Vorjahr noch bei 582 Millionen US-Dollar gelegen hatten. Zudem konzentriert sich Coherent verstärkt auf sein Kerngeschäft und hat im abgelaufenen Jahr die Bereiche Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung sowie eine Produktabteilung in München veräußert.
Analysten erhöhen die Kursziele nach starken Quartalszahlen
Die Reaktion der Analystenhäuser auf die aktuelle Geschäftsentwicklung fiel überwiegend positiv aus. Die Experten von JPMorgan hoben ihr Kursziel für die Aktie am Mittwoch auf 435 US-Dollar an. Auch das Analysehaus Needham reagierte gestern auf die Zahlen und passte das Ziel von 380 auf 420 US-Dollar nach oben an, wobei die Einstufung auf „Buy“ belassen wurde. Analysten verwiesen dabei insbesondere auf das starke Wachstum im Datacenter-Segment.
Trotz der positiven Nachrichtenlage und der angehobenen Prognosen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 – Coherent erwartet hier einen Umsatz zwischen 2,2 und 2,4 Milliarden US-Dollar – kam es an der Börse zu Gewinnmitnahmen.
Die Aktie notiert heute bei 280,40 Euro, was einem Rückgang von 1,3 Prozent entspricht. In den vergangenen Tagen geriet der Kurs unter Druck, da Anleger nach der massiven Rally des letzten Jahres Gewinne realisierten und Fragen zur Bruttomarge im Vergleich zu Wettbewerbern aufkamen.
Dennoch bleibt die Bilanz für das laufende Jahr beeindruckend: Seit Jahresbeginn konnte das Papier um 73 Prozent zulegen. Zusätzliche Unterstützung für die US-Produktionskapazitäten könnte zudem durch staatliche Förderung kommen.
Medienberichten zufolge erhielt Coherent am Mittwoch eine vorläufige Zusage über Bundesmittel in Höhe von bis zu 50 Millionen US-Dollar im Rahmen des CHIPS and Science Act, um den Ausbau der Fertigung in Sherman, Texas, voranzutreiben.
Zudem berichtete Reuters am Mittwoch über mögliche Pläne der US-Regierung, Importe chinesischer optischer Transceiver zu beschränken, was die Marktposition heimischer Anbieter wie Coherent stärken dürfte.
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