Die Partystimmung im Sektor für KI-Infrastruktur kühlt schlagartig ab. Coherent gerät in den Sog eines breiten Abverkaufs, obwohl die operativen Zahlen zuletzt glänzen konnten. Reicht die milliardenschwere Allianz mit Nvidia aus, um die wachsende Skepsis gegenüber Hardware-Investitionen dauerhaft zu neutralisieren?
Am Montag rutschte der Kurs auf 299,90 Euro ab. Innerhalb einer Woche verlor die Aktie damit über 12 Prozent an Wert. Der Grund liegt weniger beim Unternehmen selbst als vielmehr bei einer wachsenden Skepsis gegenüber den massiven Investitionen der großen Tech-Konzerne.
Skepsis belastet den gesamten Sektor
Andere Photonik-Spezialisten wie Lumentum oder Applied Optoelectronics traf es parallel dazu noch härter. Marktbeobachter fürchten, dass die Nachfrage nach Hardware ein Plateau erreicht haben könnte. Berichte über Effizienzgewinne bei OpenAI schüren Zweifel an der Notwendigkeit immer neuer Milliarden-Investitionen in die Rechenzentrums-Infrastruktur.
Rekordumsatz und Nvidia-Pakt
Trotz der Korrektur lieferte Coherent zuletzt operative Rekordwerte. Der Umsatz stieg im dritten Geschäftsquartal um 21 Prozent auf 1,81 Milliarden Dollar. Besonders das Datencenter-Geschäft wuchs mit über 40 Prozent kräftig.
Ein Auftragsbestand bis ins Jahr 2028 bietet dem Management hohe Planungssicherheit. Zentraler Pfeiler bleibt dabei die Partnerschaft mit Nvidia. Der Chip-Riese investierte zwei Milliarden Dollar, um sich den Zugriff auf optische Komponenten für die nächste KI-Generation zu sichern.
Analysten sehen Kaufgelegenheit
Die Investmentbank Raymond James wertet den Rücksetzer als Chance. Die Experten bestätigten ihr Rating „Strong Buy“ und hoben das Kursziel auf 435 Dollar an. Aktuell notiert das Papier knapp 23 Prozent unter seinem Jahreshoch von Anfang Juni.
Die Prognose für das laufende Quartal bleibt offensiv. Der Vorstand peilt Erlöse von bis zu 2,05 Milliarden Dollar an. Damit setzt Coherent alles auf eine Fortsetzung des KI-Booms.
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