Der rasant wachsende Rechenbedarf für künstliche Intelligenz verschiebt die Anforderungen an optische Netzwerke und Datenzentren. Das US-Technologieunternehmen Coherent begegnet dieser Entwicklung mit einer Reihe neuer Produktlösungen, die weit über herkömmliche optische Schnittstellen hinausgehen. Neben Verstärkersystemen für hohe Datenraten rückten zuletzt auch quantensichere Übertragungsverfahren in den Mittelpunkt.
Neue Verstärker für 800G-Verbindungen
Das Unternehmen baute sein Portfolio an steckbaren optischen Leitungssystemen (Pluggable Optical Line Systems) am 17. September weiter aus. Neu vorgestellt wurde ein Full-C-Band-Verstärker mit hoher Ausgangsleistung und variabler Verstärkung, der im kompakten QSFP-Formfaktor gefertigt wird.
Das System richtet sich an Betreiber moderner Netzwerkknoten. Es wurde speziell für den Einsatz mit 800G-ZR- und ZR+-Optiken ausgelegt und unterstützt bis zu 32 DWDM-Wellenlängen über ein einziges Glasfaserpaar. Dadurch lassen sich Übertragungsraten von bis zu 25,6 Terabit pro Sekunde erzielen.
Die Reichweite deckt Verbindungen zwischen 2 und 200 Kilometern ab, was vor allem die Kopplung räumlich getrennter Rechenzentren sowie regionale Netzknoten adressiert.
Quantensicherheit und Konferenzauftritt in Málaga
Auf der europäischen Fachkonferenz ECOC 2026 im spanischen Málaga stellte Coherent am 20. September optische Technologien und Live-Demonstrationen zur Skalierung von KI-Infrastrukturen vor. Neben optischen und thermischen Innovationen gehörten auch Netzwerkansätze für Quantenanwendungen zum Programm.
Gemeinsam mit dem Technologiepartner CUbIQ Technologies folgte am 21. September die Präsentation eines Machbarkeitsnachweises: Die Partner führten einen Demonstrator für die Quantenschlüsselverteilung (Quantum Key Distribution) vor. Die Entwicklung soll künftig eine quantensichere Kommunikation gewährleisten, um kritische Datenströme in hochvernetzten KI-Umgebungen vor neuartigen Entschlüsselungsrisiken zu schützen.
Verankerung im Bereich integrierter Optik
Ergänzend zu den Systemlösungen treibt der Konzern die direkte Kopplung von Rechenchips und optischen Signalwegen voran. Am 21. September führte Coherent die PhotonLink-Plattform ein. Diese bündelt photonische Komponenten mit Präzisionsmontage und Testverfahren für integrierte Optiklösungen in Rechenzentren.
Das Unternehmen verzeichnet nach eigenen Angaben bereits jeweils mehr als zehn Kundenengagements in den Segmenten Co-Packaged Optics (CPO) und Near-Packaged Optics (NPO). Hinzu kommen mehr als fünf Kooperationen bei direkten Chip-to-Chip-Verbindungen sowie feste Vereinbarungen mit Ankerkunden für CPO und NPO.
An der Börse ging die Aktie am Freitag bei 260,30 Euro aus dem Handel. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier damit einen Wertzuwachs von 60 Prozent.
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