Bei Coherent klaffen Analystenoptimismus und Börsenstimmung derzeit auseinander. JPMorgan hat seine Prognose für den Datenkommunikationsmarkt aktualisiert und sieht den Photonikspezialisten als großen Profiteur des KI-getriebenen Rechenzentrum-Ausbaus. Mehrere Großbanken hoben zuletzt ihre Kursziele kräftig an. Die Aktie selbst gab am Montag dennoch um mehr als acht Prozent nach und notiert bei 308 Euro – gut elf Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch, das erst vor wenigen Tagen erreicht wurde.
Sektortrends treiben Transceiver-Nachfrage
Die Nachfrage nach optischen Transceivern verschiebt sich deutlich in Richtung 800G- und 1.6T-Lösungen. Coherent hält schätzungsweise 20 bis 30 Prozent des globalen Marktes und baut seine Fertigungskapazitäten aus, um den Bedarf zu decken. Während die 800G-Erlöse im laufenden Kalenderjahr weiter steigen dürften, sehen die Analysten den 1.6T-Bereich ab 2027 als dominanten Wachstumstreiber. Diese technologische Verschiebung verspricht höhere Durchschnittsverkaufspreise und Margenverbesserungen im Networking-Segment, das rund drei Viertel des Gesamtumsatzes ausmacht.
Im jüngsten Quartal erzielte Coherent einen Rekordumsatz von 1,81 Milliarden Dollar – ein Plus von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die bereinigte Bruttomarge verbesserte sich auf 39,6 Prozent, begünstigt durch interne Effizienzsteigerungen und einen günstigeren Produktmix im Datencentergeschäft.
NVIDIA stärkt die Kasse
Die Finanzposition des Unternehmens erhielt im Frühjahr einen kräftigen Schub: NVIDIA investierte zwei Milliarden Dollar, die Barmittel stiegen auf rund drei Milliarden Dollar. Das Management bezeichnet dies als „Kriegskasse“, die Investitionen in Kapazitätserweiterungen ermöglicht, ohne die Bilanz zu belasten.
Analysten heben Kursziele an
Die positive Branchenprognose und die solide Geschäftsentwicklung haben mehrere Institute zu Zielrevisionen bewogen:
- Rosenblatt Securities erhöhte das Kursziel auf 425 Dollar, gestützt auf das erwartete Wachstum bei optischen Schaltlösungen und Hochgeschwindigkeitstransceivern.
- Bank of America setzte das Ziel auf 400 Dollar, nach einer Aufwärtsrevision des adressierbaren Marktes für KI-Rechenzentren, den die Bank nun auf 1,7 Billionen Dollar bis 2030 taxiert.
- Stifel bleibt bei „Buy“ mit einem Kursziel von 420 Dollar, gestützt auf eine hohe Visibilität der langfristigen Nachfrage.
Der Ausblick für das laufende Quartal sieht vielversprechend aus: Das Management erwartet einen Umsatz zwischen 1,91 und 2,05 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll bei 1,52 bis 1,72 Dollar liegen. CEO Jim Anderson betonte zuletzt, das Unternehmen sei „einzigartig gut positioniert“, um von der mehrjährigen Wachstumsdynamik durch die Skalierung von GPU-Clustern zu profitieren. Mitte August folgt der nächste Quartalsbericht.
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