Der Getränkeriese hat im zweiten Quartal geliefert und die Erwartungen der Wall Street klar übertroffen. Der Umsatz kletterte um 7,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 13,4 Milliarden Dollar. Getragen wurde das Wachstum von einem Plus bei den Konzentratverkäufen und einer verbesserten Preisgestaltung. Besonders erfreulich für Anleger: Das organische Umsatzwachstum lag bei 6 Prozent und damit deutlich über den erwarteten 3,6 Prozent.
Fußball-WM als Wachstumsmotor
Ein zentraler Treiber des Quartals war das Geschäft rund um die FIFA Weltmeisterschaft. Das Volumen der Kernmarke Coca-Cola wuchs dadurch um 5 Prozent, die Sportgetränkemarke Powerade sogar um 8 Prozent weltweit. Die Kampagne generierte nach Unternehmensangaben mehr als 25 Millionen sogenannter First-Party-Datenpunkte, also Kundendaten aus erster Hand, die für künftige Marketingaktionen genutzt werden können. In Nordamerika gewann der Konzern zudem Marktanteile, wobei die neu eingeführte Marke Mr. Pibb ein Volumenplus von über 20 Prozent verzeichnete.
Angehobene Jahresprognose und solide Bilanz
Die eigentliche Botschaft an die Börse steckt im Ausblick. Coca-Cola rechnet für das Gesamtjahr nun mit einem Anstieg des vergleichbaren Gewinns je Aktie von 9 bis 10 Prozent, nach zuvor 8 bis 9 Prozent. Beim organischen Umsatz peilt das Management ein Plus von rund 5 Prozent an. Im Quartal selbst stieg der vergleichbare Gewinn je Aktie um 11 Prozent auf 0,97 Dollar. Auch die Finanzlage überzeugt: Der freie Barmittelzufluss lag bei etwa 6,9 Milliarden Dollar, die Nettoverschuldung mit dem 1,4-Fachen des operativen Ergebnisses unter der eigenen Zielspanne.
Coca-Cola Aktie Chart
Risiken beim Konsum und im Steuerstreit
Ganz ohne Fragezeichen bleibt das Bild jedoch nicht. Das Management verwies auf ein uneinheitliches Konsumklima, besonders bei einkommensschwächeren Haushalten und in China, wo die Stimmung verhalten bleibt. Hinzu kommen geopolitische Spannungen in Teilen Asiens und im Nahen Osten sowie ein weiterhin offener Steuerstreit mit der US-Steuerbehörde, dessen Ausgang noch unklar ist. Der geplante Verkauf des Afrika-Abfüllgeschäfts dürfte den Umsatz zusätzlich belasten.
Unterm Strich präsentiert sich Coca-Cola als defensiver Wert mit Wachstumsfantasie. Die Kombination aus stabilen Margen, angehobener Prognose und einer soliden Bilanz macht die Aktie für langfristig orientierte Anleger interessant. Wer allerdings auf kurzfristige Kurssprünge setzt, sollte die genannten Risiken und die eher gehobene Bewertung im Blick behalten. Für viele Dividendenjäger bleibt der Konzern ein Klassiker im Depot.
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