Am Dienstag legt Coca-Cola seine Zahlen zum zweiten Quartal vor, und die Erwartungen sind hoch. Der Getränkekonzern hat sich in einem schwierigen Umfeld erstaunlich robust gezeigt: Seit Jahresbeginn kletterte das Papier um mehr als 18 Prozent und ließ damit den breiten US-Leitindex S&P 500 mit seinem Plus von rund acht Prozent klar hinter sich. Nun richtet sich der Blick auf die Frage, wie stark der Konsument bei steigenden Spritpreisen und geopolitischer Unsicherheit noch zugreift.
Was die Analysten erwarten
Die Wall Street rechnet mit einem Gewinn je Aktie von 0,93 Dollar, was einem Zuwachs von knapp sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr entspräche. Der Umsatz soll um gut fünf Prozent auf etwa 13,17 Milliarden Dollar zulegen. Bereits im April hob das Management sein Jahresgewinnziel an und setzte dabei auf eine anhaltend hohe Nachfrage nach seinen Limonaden und weiteren Getränken. Rückenwind könnte vom warmen Wetter in Nordamerika und Europa kommen, ebenso von Großereignissen wie der Fußball-Weltmeisterschaft.
Wo die Risiken liegen
Ganz sorgenfrei ist die Lage nicht. Coca-Cola stützt sich auf ein Netzwerk lokaler Abfüller und Vertriebspartner und reagiert dadurch empfindlich auf Lieferkettenstörungen sowie steigende Materialkosten. Vor allem Verpackungen wie Plastikflaschen und Aluminiumdosen treiben die Ausgaben. Konkurrent PepsiCo zeichnete zuletzt ein eher trübes Bild des amerikanischen Verbrauchers und verwies auf höhere Tankkosten, die Impulskäufe an der Kasse bremsen. Ob dieser Gegenwind auch Coca-Cola trifft, dürfte am Dienstag deutlich werden.
Coca-Cola Aktie Chart
Vorsicht bei der Prognose
Interessant wird der Ausblick. Beobachter gehen davon aus, dass die Konzernführung angesichts der unklaren Konjunkturlage konservativ bleibt und ihre bisherige Jahresprognose lediglich bestätigt, statt sie erneut anzuheben. Ein weiteres Detail beschäftigte zuletzt die Anleger: Die Tochtermarke Fairlife war von einem Ransomware-Angriff betroffen, bei dem Unbefugte auf Teile der Systeme zugriffen. Inzwischen läuft der Großteil der Produktion wieder, und nach Angaben des Konzerns blieben Produktverfügbarkeit sowie Qualität weitgehend unberührt.
Wesentliche finanzielle Folgen erwartet Coca-Cola nicht. Viele Wall-Street-Häuser bewerten das Papier weiterhin positiv. Allerdings gibt es auch einige Stimmen im Markt, die durchaus zur Vorsicht raten. Im Konsens liegt das Marktkursziel für Coca-Cola derzeit bei gut 89 Dollar, das wären noch gut sechs Prozent Luft nach oben. Die Quartalszahlen werden zeigen, wer den besseren Riecher hatte.
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