Am Donnerstag schüttete der US-Getränkekonzern Coca-Cola seine jüngste Quartalsdividende von 0,53 US-Dollar je Aktie an die Anteilseigner aus. Der Konzern führt damit seine jahrzehntelange Ausschüttungsserie fort, die seit 63 Jahren ausnahmslos jährliche Anhebungen umfasst. Im deutschen Handel schloss die Aktie am Freitag bei 76,09 Euro.
Angehobene Jahresziele und solider Cashflow
Rückhalt für die verlässliche Ausschüttung liefert das operative Geschäft. Nach einem Zuwachs des Absatzvolumens im zweiten Quartal hob das Management die Erwartungen für das Gesamtjahr an. Der Konzern peilt für 2026 ein bereinigtes Gewinnwachstum von bis zu 10 Prozent je Aktie an. Parallel dazu rechnet das Unternehmen mit einem freien Cashflow von rund 12,4 Milliarden US-Dollar.
Dieses fundamentale Polster zieht auch institutionelle Investoren an. So stockte die Investmentgesellschaft CX Institutional ihre Position im dritten Quartal deutlich auf mehr als 160.000 Aktien auf. Zugleich verweisen Marktbeobachter auf die historische Krisenresistenz des Geschäftsmodells: In den meisten Verlustjahren des US-Leitindex S&P 500 seit 1980 behauptete sich die Aktie spürbar stabiler als der breite Markt.
Starke Kursentwicklung im Schatten der Zinswende
Im direkten Branchenvergleich spiegelt sich diese Stärke ebenfalls wider. Laut Moderator Jim Cramer entwickelte sich Coca-Cola im laufenden Jahr deutlich besser als der Rivale PepsiCo, der spürbare Kursverluste verbuchen musste. Mit einem Anstieg von 28 Prozent seit Jahresanfang notiert das Papier im hiesigen Handel 4,6 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.
Allerdings wandelt sich das Zinsumfeld für traditionelle Dividendenwerte. Durch die jüngst gestiegenen Renditen für zehnjährige US-Staatsanleihen erhalten risikoaverse Anleger wieder attraktive Alternativen am Rentenmarkt. Das setzt defensive Standardwerte, deren Bewertung maßgeblich von verlässlichen Ausschüttungen gestützt wird, unter verstärkten Wettbewerbsdruck.
Anspruchsvolle Bewertung mahnt zur Geduld
Auf dem aktuellen Niveau ist die Aktie zudem nicht mehr günstig. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 26 verlangt der Markt eine deutliche Prämie für die Verlässlichkeit des Konzerns. Steven Fiorillo von Seeking Alpha mahnt daher zur Zurückhaltung und sieht attraktive Einstiegskurse erst bei einer Dividendenrendite von etwa 3 Prozent.
Neben der sportlichen Bewertung sollten Anleger auch bestehende operative Risiken berücksichtigen. Dazu zählen ungelöste Steuerstreitigkeiten mit der US-Behörde IRS sowie schwankende Beschaffungskosten für Rohstoffe. Auch die Entwicklung in Schwellenmärkten wie Afrika und der Asien-Pazifik-Region könnte das Wachstumstempo in den kommenden Quartalen beeinflussen.
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