Die Aktien von Konsumgüterherstellern galten lange als verlässliche defensive Anlage. Doch diese Annahme wird zunehmend infrage gestellt. Ein Team um Analyst Steve Powers von der Deutsche Bank untersucht, wie sich die Branche verändert und welche Unternehmen am besten aufgestellt sind.
Die Herausforderungen für den Sektor haben sich vervielfacht. Während 2017 viele Probleme noch hausgemacht waren und durch Investitionen in Marken und E-Commerce gelöst werden konnten, sieht Powers heute fundamentale externe Verschiebungen am Werk. „Die Probleme, mit denen die Branche 2026 konfrontiert ist, haben weniger mit internen Fehlern zu tun als vielmehr mit grundlegenden externen Veränderungen bei Nachfrage, Wettbewerb und Geopolitik“, schreibt der Analyst.
Neue Wettbewerber und demografischer Wandel
Mehrere Faktoren belasten die Hersteller von Konsumgütern gleichzeitig. Der Aufstieg von Auftragsfertigung und direktem Online-Vertrieb hat die Eintrittsbarrieren drastisch gesenkt. Neue Marken können heute mit einem Bruchteil des historischen Kapitals starten und skalieren. „Der ständige Zustrom neuer Marktteilnehmer schafft ein hyperkompetitives Umfeld für Markentreue und kann etablierte Preisaufschläge und Marktanteile erodieren“, erklärt Powers.
Hinzu kommt das verlangsamte Bevölkerungswachstum, das historisch der wichtigste Wachstumstreiber für die Branche war. Die Deutsche Bank sieht darin „einen festen und wohl dauerhaften Bremsfaktor für das langfristige organische Wachstumspotenzial der Industrie“. Gleichzeitig führt die wirtschaftliche Spaltung dazu, dass finanziell unter Druck stehende Verbraucher verstärkt zu Eigenmarken greifen.
The Coca-Cola Company Aktie Chart
GLP-1-Medikamente als Branchenrisiko
Besonders für Lebensmittelhersteller stellt die Verbreitung von GLP-1-Medikamenten zur Gewichtsreduktion eine Bedrohung dar. „Die weitverbreitete Einführung von GLP-1-Medikamenten dürfte für verpackte Lebensmittel und einige Getränkehersteller eine reale Bedrohung ohne vergleichbaren historischen Präzedenzfall darstellen“, warnt Powers. Die Verfügbarkeit dieser Medikamente sei ein primärer Treiber für die Divergenz zwischen verschiedenen Lebensmittelsektoren.
Vor diesem Hintergrund favorisiert die Deutsche Bank Unternehmen mit „durchdacht abgeleitetem und dauerhaftem Skaleneffekt“. Dazu zählen Coca-Cola, Procter & Gamble, Clorox, PepsiCo, Monster und Church & Dwight, die alle mit „Kaufen“ bewertet werden. Nach Sektoren sind Haushalts- und Körperpflegeprodukte sowie alkoholfreie Getränke am besten positioniert, da sie von Risiken wie GLP-1-Medikamenten weitgehend verschont bleiben.
Coca-Cola-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Coca-Cola-Analyse vom 31. März liefert die Antwort:
Die neusten Coca-Cola-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Coca-Cola-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 31. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
