Die CFTC will CME Groups Klage gegen die Zulassung von Krypto-Perpetual-Futures gar nicht erst verhandeln lassen. In einem Antrag vor dem Bezirksgericht in Washington bezeichnet die Behörde die Vorwürfe der Terminbörse als „viel Lärm um nichts“ — juristisch nicht tragfähig und inhaltlich substanzlos.
Im Kern geht es um einen Streit, der seit Juni läuft. CME hatte die CFTC verklagt, weil diese im Mai die Zulassung von Kalshis Bitcoin-Perpetual-Future genehmigt und anderen Börsenplätzen erlaubt hatte, ähnliche Produkte als Futures statt als Swaps zu listen. Aus Sicht von CME verschafft das Konkurrenten wie Kalshi einen Zugang zum Privatkundengeschäft, den die Terminbörse als unfairen Regulierungstrick wertet.
Kein Wettbewerbsschaden nachweisbar
Die CFTC hält dagegen: CME stehe es frei, dieselben Perpetual-Futures selbst anzubieten. Die Behörde verweist zudem darauf, dass CME öffentlich erklärt habe, die eigene Kundschaft frage solche Produkte gar nicht nach.
Pikant wird es bei den Handelszahlen — die von der CFTC zitierten Volumina zeigen, dass CMEs Bitcoin- und Ether-Futures im Juni und August höher lagen als im Mai, dem Monat der umstrittenen Zulassung.
Ein selbst verursachter Schaden lasse sich daraus kaum ableiten, so die Argumentation der Behörde. CME muss bis zum 2. Oktober erwidern, die CFTC hat zusätzlich eine mündliche Anhörung beantragt.
Operatives Geschäft bleibt robust
Während der Rechtsstreit weiterschwelt, läuft das Kerngeschäft ungebremst. Im August erzielte CME mit 29,7 Millionen Kontrakten das zweithöchste je gemessene Tagesvolumen — ein Plus von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Besonders die Zinsprodukte legten zu: US-Treasury-Futures und -Optionen stiegen um 15 Prozent, angetrieben von Rekordvolumina bei Ultra-Treasury-Bonds. Auch bei Metallen ging es kräftig nach oben, das Segment wuchs um 48 Prozent.
Parallel meldete die Energiesparte einen neuen Meilenstein: Die Henry-Hub-Erdgas-Futures erreichten am 1. September mit rund 1,81 Millionen Kontrakten ein neues Open-Interest-Rekordniveau, getrieben von Wetterunsicherheiten und geopolitischen Spannungen im Nahen Osten.
Der Kontrast zwischen operativer Stärke und regulatorischem Gegenwind bleibt das prägende Bild für CME. Solange die Volumenzahlen weiter steigen, dürfte die Rechtsauseinandersetzung um Kalshi eher ein juristisches Randthema bleiben als ein Belastungsfaktor fürs Geschäft.
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