Irgendwann zwischen 2028 und 2029, so die düsterste Schätzung, könnte ein Quantencomputer die RSA-2048-Verschlüsselung knacken. Q-Day nennt die Branche diesen Moment. Und wer dann nicht vorbereitet ist, hat ein Problem. Wer hingegen rechtzeitig investiert hat, demnach auch.
BTIG setzt auf die Infrastruktur-Platzhirsche
Das Investmenthaus BTIG hat sich die Frage gestellt, wer von dem bevorstehenden Ausgabenschub in der Post-Quanten-Kryptografie am meisten profitiert. Die Antwort fiel recht eindeutig aus: Cloudflare und Fortinet, also die etablierten Cybersicherheits- und Infrastrukturanbieter, nicht irgendwelche Quanten-Startups. Beide Unternehmen erfassen laut BTIG bereits heute erste Ausgaben in diesem Bereich. Das ist kein Zukunftsversprechen, sondern laufendes Geschäft.
Neu ist dabei ein technischer Datenpunkt, der die Dringlichkeit erhöht. Zwei im März veröffentlichte Forschungsarbeiten legen nahe, dass der physische Qubit-Bedarf für einen kryptografisch relevanten Quantenangriff bei nur noch rund 10.000 liegen könnte, bislang gingen viele von einer Million aus. Das ist ein Unterschied, der die Zeitachse spürbar verkürzt.
Cloudflare Inc Aktie Chart
3 bis 8 Milliarden Dollar bis 2030
BTIG schätzt das Marktvolumen für Post-Quanten-Kryptografie bis 2030 auf 3 bis 8 Milliarden Dollar. Regierungen investieren bereits aktiv in die Einhaltung der NIST-Post-Quanten-Standards, der kommerzielle Sektor zieht nach, teils schneller als die regulatorischen Fristen es eigentlich verlangen. Apple iMessage, Signal und die meisten großen Cloud-Plattformen bieten laut BTIG heute schon umfassende Post-Quanten-Lösungen an.
Ein Bereich hinkt allerdings hinterher: Kryptowährungen. Bei zwei bis drei Billionen Dollar an ausstehenden Vermögenswerten ist das kein Randthema.
Cloudflare schon mittendrin
Für Cloudflare kommt das Thema zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen ohnehin umbaut. Der Konzern erwartet für 2026 einen Umsatz zwischen 2,805 und 2,813 Milliarden Dollar und hat sich auf ein KI-zentriertes Modell eingestellt, begleitet von einem Stellenabbau von rund 20 Prozent. Wer auf Post-Quanten-Kryptografie setzt, wettet also nicht nur auf einen neuen Markt, sondern auf ein Unternehmen im Umbau. Das kann gut gehen. Muss es aber nicht.
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