Der US-Netzwerk- und Sicherheitsdienstleister Cloudflare positioniert sich als Kontrollinstanz zwischen Webseitenbetreibern und Entwicklern künstlicher Intelligenz.
Mit einem neuen Abrechnungsmodell namens „Pay-Per-Crawl“ und erweiterten Schutzfunktionen erhalten Verlage erstmals die Möglichkeit, automatisierte Abrufe für das Training von Sprachmodellen monetarisieren oder gezielt unterbinden zu können. Anleger reagieren positiv auf die Aussicht auf neue Erlösquellen im Netzverkehr.
Schutz vor Datenabgriff und neue Erlöskanäle
Das neu eingeführte Modell erlaubt es Publishern, unautorisierte KI-Bots standardmäßig zu sperren oder für jeden Crawling-Vorgang Gebühren zu erheben. Unterstützt wird dieser Schritt von Medienhäusern und Plattformen wie Condé Nast, AP, Reddit und Pinterest. Das Ziel besteht darin, der unentgeltlichen Auswertung geschützter Webinhalte ein geordnetes Lizenzsystem entgegenzusetzen.
Parallel dazu rollt Cloudflare das Feature „Disallow AI Training“ aus. Betreiber können damit den Zugriff auf ihre Daten für Modelltrainings explizit verweigern, ohne ihre Sichtbarkeit in klassischen Suchmaschinenergebnissen zu verlieren.
Cloudflare-CEO Matthew Prince betonte, das Unternehmen wolle damit das Web-Ökosystem verbessern. Eine Trennung von herkömmlicher Suche und reinem KI-Training soll Publishern die Kontrolle über ihr geistiges Eigentum zurückgeben.
Hohe Bewertung trifft auf operatives Wachstum
Die neuen Funktionen stärken Cloudflares Stellung als zentrale Schaltstelle des Internetverkehrs. Das Unternehmen profitiert operativ von einer robusten Nachfrage nach Sicherheits- und Netzwerkarchitektur. Im zweiten Quartal 2026 steigerte der Konzern den Umsatz im Jahresvergleich um 35,9 Prozent auf 696,06 Millionen US-Dollar. Für das Gesamtjahr 2026 peilt das Management einen Gewinn pro Aktie zwischen 1,250 und 1,260 US-Dollar an.
Gleichzeitig bleibt die hohe Bewertung an den Märkten ein Diskussionspunkt unter Investoren, da das Unternehmen auf GAAP-Basis weiterhin rote Zahlen schreibt. Analysten blicken dennoch überwiegend zuversichtlich auf das Geschäftsmodell. Goldman Sachs führt die Aktie mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 389 US-Dollar. Wells Fargo stuft das Papier mit „Overweight“ ein und sieht das Kursziel bei 380 US-Dollar.
Aktie nähert sich Höchststand
An der Börse sorgten die Initiativen zur KI-Infrastruktur für frischen Auftrieb. Am heutigen Handelstag klettert die Cloudflare-Aktie um 6,7 Prozent auf 300,70 Euro. Mit diesem Zuwachs notiert das Papier nur noch 0,6 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Ob die neuen Instrumente zur Bot-Vergütung tatsächlich substantielle Erträge generieren, hängt nun von der breiten Akzeptanz durch die Entwickler großer Sprachmodelle ab.
Cloudflare-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Cloudflare-Analyse vom 21. September liefert die Antwort:
Die neusten Cloudflare-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Cloudflare-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 21. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
