Cloudflare will das Internet für das Zeitalter der „agentischen KI“ umbauen. Mehr als die Hälfte aller Web-Anfragen stammt bereits von automatisierten Bots. Das Unternehmen führt nun Werkzeuge ein, mit denen Website-Betreiber diesen Datenverkehr kontrollieren und monetarisieren können.
Das Herzstück ist das neue „Monetization Gateway“. Über das x402-Protokoll können Anbieter künftig Mikrozahlungen in Stablecoins für ihre Inhalte verlangen. Website-Betreiber entscheiden dabei selbst, welche KI-Crawler auf ihre Daten zugreifen dürfen.
Blockade für KI-Training
Ab dem 15. September 2026 gelten neue Standardeinstellungen für Neukunden. Cloudflare blockiert dann automatisch das Training von KI-Modellen auf werbefinanzierten Seiten. Suchmaschinen-Crawler bleiben hingegen erlaubt, um die Sichtbarkeit zu erhalten.
Dazu entwickelt Cloudflare mit Partnern wie Mozilla und Shopify ein neues Internet-Protokoll. Es soll Menschen von KI-Agenten unterscheiden, ohne auf nervige Captchas zu setzen. Ziel ist der Schutz der Privatsphäre bei gleichzeitiger Identifikation automatisierter Zugriffe.
Gegenwind von Google
Nicht jeder Branchenriese begrüßt diesen Vorstoß. John Mueller von Google bezeichnete die neuen Content-Signale als wirkungslos für Crawler oder Sprachmodelle. Er wertete den Einsatz der Cloudflare-Befehle lediglich als unnötigen Ballast für die Wartung von Webseiten.
Anleger reagieren positiv auf die Expansionspläne. Die Aktie stieg zuletzt auf 217,70 Euro und liegt damit seit Jahresbeginn rund 30 Prozent im Plus. Das Papier notiert damit deutlich über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 196,33 Euro.
Im Juli 2026 legt Cloudflare den nächsten Quartalsbericht vor. Der Vorstand rechnet mit einem Umsatz von bis zu 665 Millionen US-Dollar. Die Einführung des Monetization Gateways markiert den Versuch, eine direkte Bezahl-Infrastruktur zwischen KI-Diensten und Publishern zu etablieren.
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