Cleveland-Cliffs-Aktie: Rote Zahlen, aber besser als erwartet!

Der US-Stahlkonzern meldet für Q1 2026 einen geringeren Verlust als im Vorjahr und übertrifft Umsatz- und Ergebnisprognosen. Ein Kälteeinbruch belastete das EBITDA.

Auf einen Blick:
  • Non-GAAP-Verlust von 0,40 Dollar je Aktie, 0,02 Dollar besser als erwartet
  • Umsatz von 4,9 Milliarden Dollar, ein Plus von 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr
  • 80 Millionen Dollar Einmalbelastung durch extreme Kälte drückte das EBITDA
  • Jahresprognose für Stahlliefervolumen von 16,5 bis 17,0 Millionen Tonnen bestätigt

Cleveland-Cliffs verliert Geld. Das ist die kurze Version. Für das erste Quartal 2026 meldete der Stahlkonzern aus Cleveland einen GAAP-Nettoverlust von 229 Millionen Dollar, also 0,42 Dollar je verwässerter Aktie. Wer das mit dem Vorjahresquartal vergleicht, sieht allerdings: Damals waren es noch 486 Millionen Dollar Verlust. Die Richtung stimmt also, zumindest grob.

Und gemessen an dem, was Analysten erwartet hatten, schlug Cleveland-Cliffs die Schätzungen. Non-GAAP-Verlust von 0,40 Dollar je Aktie, Konsens lag bei minus 0,42 Dollar. Beim Umsatz ebenfalls: 4,9 Milliarden Dollar, rund 110 Millionen über den Erwartungen, ein Plus von 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Der Kälteeinbruch als Ausrede?

Das bereinigte EBITDA landete bei 95 Millionen Dollar. Klingt nicht üppig für einen Konzern dieser Größe, doch Cliffs hat eine Erklärung parat: Ein extremer Kälteeinbruch trieb die Energiekosten um 80 Millionen Dollar in die Höhe, ein einmaliger Effekt, wie das Unternehmen betont. Ohne diesen Sonderposten wäre das EBITDA deutlich ansehnlicher ausgefallen.

Die Stahllieferungen stiegen immerhin auf 4,1 Millionen Nettotonnen, ein Zuwachs von 338.000 Tonnen gegenüber dem Vorquartal. Der durchschnittliche Nettoverkaufspreis je Tonne kletterte auf 1.048 Dollar, nach 993 Dollar im vierten Quartal 2025 und 980 Dollar im ersten Quartal 2025. Das ist ein echter Fortschritt.

Cleveland-Cliffs Inc Aktie Chart

Goncalves und sein Optimismus

CEO Lourenco Goncalves gab sich gewohnt kämpferisch. Jedes Quartal werde sich sequenziell verbessern, das zweite Quartal solle erstmals wieder positiven freien Cashflow bringen. Zudem verwies er auf die niedrigsten US-Stahlimporte seit der Finanzkrise, auf Handelsschutzmaßnahmen, die seiner Meinung nach genau so wirken wie vorgesehen, und auf laufende Verhandlungen mit dem südkoreanischen Stahlkonzern POSCO im Rahmen eines bestehenden Memorandums. Ein Deal, der für Cliffs-Aktionäre wertsteigend sein soll, laut Goncalves zumindest.

Die Jahresziele blieben unverändert: 16,5 bis 17,0 Millionen Nettotonnen Stahlliefervolumen, Investitionsausgaben von rund 700 Millionen Dollar. Cliffs hält die Linie, das ist die Botschaft.

Liquidität als Puffer

3,1 Milliarden Dollar Liquidität zum 31. März 2026, das ist kein schlechter Puffer. Cliffs verbrennt derzeit Geld, aber es ist noch genug da, um die Wende abzuwarten, auf die Goncalves so beharrlich setzt. Ob Q2 tatsächlich die Trendwende bringt, wird man in drei Monaten wissen. Bis dahin gilt: besser als erwartet ist nicht dasselbe wie gut. Die Börse honorierte zumindest die Bemühungen. Vorbörslich notiert die Aktie mit 4,12 % im Plus.

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