Die Panama-Krise eskaliert. Nachdem das Oberste Gericht Panamas Ende Januar die Hafenverträge für verfassungswidrig erklärt hatte, schlägt CK Hutchison jetzt zurück. Am 3. Februar startete die Tochtergesellschaft Panama Ports Company (PPC) ein internationales Schiedsverfahren gegen Panama – nach den Regeln der Internationalen Handelskammer. Der Hongkonger Konzern macht klar: Die Gerichtsentscheidung und die Maßnahmen des panamaischen Staates verstoßen gegen den rechtlichen Rahmen der Konzessionsverträge.
Betroffen sind die Häfen Balboa am Pazifik-Eingang und Cristóbal am Atlantik-Eingang des Panamakanals. PPC betreibt diese strategischen Anlagen seit den 1990er-Jahren. Die Verträge sollen dem Unternehmen exklusive Privilegien und Steuerbefreiungen gewährt haben – laut Gericht ein Verfassungsverstoß. CK Hutchison widerspricht vehement und behält sich zusätzliche nationale und internationale Rechtsmittel vor.
Geopolitischer Zankapfel
Der Streit um die Häfen hat eine globale Dimension erreicht. US-Präsident Donald Trump hatte China vorgeworfen, über CK Hutchison die Kontrolle über die wichtigste Handelsroute in die USA auszuüben. Über 40% des US-Container-Verkehrs – im Wert von rund 270 Milliarden Dollar jährlich – passieren den Kanal. Trump begrüßte zunächst die geplante Übernahme durch BlackRock und MSC als Rückkehr unter westliche Kontrolle.
Doch Peking schaltete sich ein und startete eine Überprüfung des Deals. Am 3. Februar warnte China Panama vor „schweren Konsequenzen“. Der Pekinger Außenamtssprecher Lin Jian warf Washington eine „Kalte-Kriegs-Mentalität“ vor und kündigte an, die Rechte chinesischer Unternehmen entschlossen zu schützen. Der US-Kongressabgeordnete John Moolenaar hingegen feierte das Gerichtsurteil als „Sieg für Amerika“.
Der 23-Milliarden-Deal wackelt
Im März 2025 hatte CK Hutchison den Verkauf von 43 Hafenbeteiligungen in 23 Ländern an ein Konsortium aus BlackRock und der Reederei MSC des italienischen Milliardärs Gianluigi Aponte angekündigt. Das Volumen: 23 Milliarden Dollar. Nach Chinas Kritik verkündete der Konzern im Juli 2025, einen „großen strategischen Investor“ aus China in das Konsortium aufnehmen zu wollen.
Quellen zufolge handelt es sich dabei um COSCO, den staatlichen chinesischen Logistikkonzern. COSCO strebt einen großen Anteil an, während BlackRock und MSC nur eine Minderheitsbeteiligung akzeptieren wollen – ein entscheidender Streitpunkt. Mit Panama aus der Gleichung könnten sich die Verhandlungen laut Analysten von JPMorgan und Citigroup paradoxerweise vereinfachen. Die beiden panamaischen Häfen machen zwar nur 5% des EBITA von Hutchison Port Holdings aus, ihre strategische Bedeutung ist jedoch enorm.
Wie geht es weiter?
Eine Person mit direkter Kenntnis der Transaktion bestätigte: Alle Parteien verhandeln weiterhin über den Hafenverkauf. Eine neue Option auf dem Tisch: Das Portfolio könnte aufgeteilt werden, sodass die drei Bieter Anteile an verschiedenen Häfen erhalten. Neben den Panama-Anlagen umfasst das Paket strategische Standorte in Rotterdam, Barcelona, Mexiko und den Bahamas. Die chinesischen Häfen von CK Hutchison sind nicht Teil des Verkaufs.
Das Schiedsverfahren dürfte Jahre dauern. Bis alle regulatorischen Hürden in fast 50 Rechtsordnungen genommen sind, rechnen Insider mit mindestens zwei Jahren. Die Aktie von CK Hutchison hat seit dem Gerichtsurteil mehr als 8% verloren, notiert aber weiterhin auf dem höchsten Stand seit Juni 2021. Seit Ankündigung des Verkaufs im März 2025 legte der Titel fast 60% zu – Investoren hatten auf einen Geldzufluss von über 19 Milliarden Dollar spekuliert.
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