Li Ka-shing hat in seinem Leben viele Branchen kommen und gehen sehen. Telekommunikation war lange eine seiner liebsten. Nun ist sie das nicht mehr. CK Hutchison Holdings hat seinen 49-Prozent-Anteil an VodafoneThree, dem britischen Mobilfunkunternehmen, für 4,3 Milliarden Pfund verkauft, umgerechnet rund 5,8 Milliarden Dollar. Und das war wohl erst der Anfang.
„Cash is King“ als Konzernstrategie
Laut Personen, die mit den internen Überlegungen vertraut sind, prüft der Hongkonger Mischkonzern weitere Verkäufe von Telekommunikationsassets. Die Begründung ist so schlicht wie einleuchtend: Der Sektor ist teuer geworden, der Wettbewerb nimmt zu, und das Kapital lässt sich anderswo besser einsetzen. Eile will CK Hutchison dabei keine haben, der Konzern wolle den Wert seiner Vermögenswerte maximieren, nicht verschleudern.
Das ist die Sprache eines Konzerns, der weiß, was er hat, und darauf wartet, dass andere es auch wissen.
Eine Geschichte, die 2000 begann
Canning Fok, stellvertretender Vorsitzender von CK Hutchison, erinnerte bei der Bekanntgabe daran, dass der Konzern zu den ersten weltweit gehörte, die in 3G-Mobilfunk investierten. 3UK, gegründet im Jahr 2000, war der Ausgangspunkt. Aus dem Startup wurde über Fusionen und Partnerschaften schließlich VodafoneThree, heute nach Teilnehmerzahlen der größte Mobilfunkanbieter Großbritanniens. Fok nannte die Transaktion eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.
Frank Sixt und Dominic Lai, die Co-Geschäftsführer von CK Hutchison, sprachen von „substanziellen Barmittelzuflüssen“ und einem Ergebnis, das den Wert der Investition in klingende Münze verwandle. Selten klingt ein Abschied so zufrieden.
Was danach kommt
Die Transaktion steht noch unter Genehmigungsvorbehalt der Regulierungsbehörden. Doch die eigentliche Frage ist nicht, ob dieser Deal durchgeht, sondern welcher Telekom-Verkauf als nächster folgt. CK Hutchison betreibt Mobilfunknetze in mehreren europäischen Ländern, darunter Österreich, Schweden, Dänemark und Irland. Wer jetzt eins und eins zusammenzählt, kommt auf eine ziemlich lange Liste potenzieller Kandidaten.
Li Ka-shing hat Telekom groß gemacht. Jetzt macht er Kasse daraus. Das nenn ich einen geordneten Rückzug.
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