Citizens Financial hat im zweiten Quartal 2026 geliefert, was Analysten kaum erwartet hatten. Die US-Bank aus Providence steigerte ihren Gewinn deutlich und übertraf sowohl bei Umsatz als auch beim Ergebnis je Aktie die Konsensschätzungen. Für eine Regionalbank in einem Umfeld hoher Zinsen ist das ein bemerkenswertes Signal.
Zinsgeschäft treibt das Ergebnis
Das Ergebnis je Aktie kletterte auf 1,30 Dollar und lag damit über der Analystenschätzung von 1,24 Dollar. Der Nettogewinn erreichte 587 Millionen Dollar, ein Plus von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf die Stammaktionäre entfielen davon 554 Millionen Dollar, nach 402 Millionen Dollar im Vorjahresquartal.
Der Umsatz stieg um 12 Prozent auf 2,28 Milliarden Dollar und übertraf damit ebenfalls die Prognose von 2,25 Milliarden Dollar. Motor war das Nettozinsergebnis, das um 14 Prozent auf 1,63 Milliarden Dollar zulegte. Die Nettozinsmarge weitete sich um 22 Basispunkte auf 3,17 Prozent aus, während auch das zinsunabhängige Geschäft um 9 Prozent auf 652 Millionen Dollar wuchs.
Der Vorsteuergewinn vor Risikovorsorge kletterte um 24 Prozent auf 889 Millionen Dollar. Die operative Hebelwirkung lag bei 6,4 Prozent, die Kosten-Ertrags-Relation verbesserte sich von 64,8 auf 61,1 Prozent. CEO Bruce Van Saun sprach von einem außergewöhnlichen Quartal mit starkem Wachstum im Private Banking und Rekordgebühren im Wealth-Management sowie im Kapitalmarktgeschäft.
Kreditqualität zieht an
Auch bei der Risikovorsorge zeigt sich Entspannung. Die Rückstellungen für Kreditausfälle sanken auf 134 Millionen Dollar von 164 Millionen Dollar im Vorjahr. Die Nettoabschreibungsquote fiel auf 0,37 Prozent der durchschnittlichen Kredite, nach 0,48 Prozent im Vorjahresquartal. Notleidende Kredite gingen um 6 Prozent auf 1,44 Milliarden Dollar zurück und machen damit 0,97 Prozent des Kreditportfolios aus.
Das Kreditbuch wuchs derweil um 6 Prozent auf 147,5 Milliarden Dollar, getragen vom Firmenkunden- und Private-Bank-Geschäft. Die durchschnittlichen Einlagen legten um 5 Prozent auf 183,6 Milliarden Dollar zu, die Kernkapitalquote (CET1) lag bei soliden 10,4 Prozent.
An die Aktionäre floss im Quartal einiges zurück: 422 Millionen Dollar über Dividenden und Aktienrückkäufe kombiniert, davon 225 Millionen Dollar allein für Rückkäufe. Der Vorstand bestätigte zudem eine Quartalsdividende von 0,46 Dollar je Aktie, zahlbar am 13. August 2026 an Aktionäre, die am 30. Juli 2026 im Aktienregister stehen.
Die Aktie schloss am Vortag bei 71,12 Dollar, ein Plus von 1,14 Prozent. Im vorbörslichen Handel reagierte der Kurs zunächst kaum auf die Zahlen – die Stärke des Quartals scheint bereits eingepreist gewesen zu sein.
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