Cisco baut sein Splunk-Geschäft in Richtung autonomer Sicherheitszentren aus. Auf der hauseigenen Splunk-.conf-Konferenz stellte der Netzwerkkonzern am Dienstag mehrere neue KI-Funktionen vor, die vor allem eines lösen sollen: das Vertrauensproblem beim Einsatz von KI-Agenten in Unternehmen.
On-Premises-Kunden rücken in den Fokus
Kern der Ankündigung ist eine erweiterte Partnerschaft mit NVIDIA. Mit dem neuen „Cisco AI POD for Splunk“ bringt das Unternehmen KI-Funktionen erstmals auch zu Kunden, die ihre Daten aus Sicherheits- oder Regulierungsgründen nicht in die Cloud verlagern können. Die vorkonfigurierte Referenzarchitektur kombiniert Cisco-Infrastruktur, NVIDIA-Rechenleistung und Kubernetes-Software und ist ab sofort verfügbar.
Partner wie bitsIO, Wipro und World Wide Technology sollen Unternehmen beim Aufbau der Systeme unterstützen. Kunden können zudem verschiedene KI-Modelle selbst hosten, darunter Ciscos eigenes Deep Time Series Model sowie Modelle von Google und OpenAI – ohne dass Daten die eigene Infrastruktur verlassen.
Kostenkontrolle für KI-Agenten
Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf Transparenz bei den Ausgaben für KI-Agenten. Die neue „Tokenomics“-Funktion in Splunk Agent Observability verfolgt in Echtzeit, wie viel Rechenleistung und damit Kosten einzelne Agenten und Coding-Tools wie Claude Code oder Cursor verursachen. Unternehmen sollen so Budgetüberraschungen vermeiden, bevor die Rechnung ins Haus flattert.
Parallel dazu vertieft Cisco die Zusammenarbeit mit AWS. Beide Unternehmen haben eine mehrjährige Vereinbarung zur gemeinsamen Produktentwicklung geschlossen, mit dem Ziel, Sicherheitsteams gegen zunehmend KI-gestützte Angriffe zu wappnen.
Personell verliert das Unternehmen derweil einen langjährigen Manager: Panos Kozanian, der bei Cisco 14 Jahre lang unter anderem das Inkubationslabor für neue Technologien leitete und die Kollaborationssoftware Webex mit aufbaute, wechselt zur Investmentfirma Crosspoint Capital Partners. Zuletzt war er Technikchef beim Cloud-Anbieter Five9.
Die Ankündigungen unterstreichen, wie stark Cisco sein Wachstum inzwischen an die Sicherheitssparte Splunk und die NVIDIA-Partnerschaft koppelt. Ob sich das On-Premises-Angebot bei Kunden mit strengen Datenschutzauflagen durchsetzt, dürfte sich in den kommenden Quartalen an den Nutzerzahlen für das neue AI POD zeigen.
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